| Zensur in Bayern Jede darf seine Meinung frei äußern, solange sie nicht in wichtigen Punkten von der CSU abweicht |
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| Vergleiche
mit dem KZ sind in Deutschland tabu Zu starker Tobak? Deutschland garantiert doch freie Meinungsäußerung? Hier wird das Tabu = die Zensur von einem bayerischen Politiker ausdrücklich bestätigt:
Thilo Sarrazin, SPD, wetterte im Kulturmagazin Lettre International gegen so ziemlich alle: "Ich muss niemanden anerkennen, der vom Staat lebt, diesen Staat ablehnt, für die Ausbildung seiner Kinder nicht vernünftig sorgt und ständig neue kleine Kopftuchmädchen produziert." Schon unter die erste Bedingung fallen alle Beamten, Lehrer, Landtags- und Bundestagsabgeordnete: die leben alle vom Staat. Er kann nicht Leute gemeint haben, auf die alle Bedingungen zutreffen: die gibt es schlicht nicht. Und glatten Unsinn sollte man dem Bundesbankvorstand und früheren Berliner Finanzsenator Thilo Sarrazin nicht unterschieben! – Bei dieser Debatte wird vieles übersehen:
„Der Verdacht drängt sich auf, dass hier ein willkommener Vorwand gesucht wurde, um einen unbequemen Prediger loszuwerden. Auffällig ist doch, wer am Mittwoch abend noch alles begeistert in die Kameras des Bayerischen Fernsehens geprostet und erst zwei Tage später pikiert den Daumen über Michael Lerchenberg gesenkt hat. Dass er nun von einer schwarz-gelben Empörerkoalition zum Aufgeben gezwungen wurde, wirft ein erschreckendes Licht darauf, wie eng die Luft in Bayern ist, wenn man den Mächtigen Jahr für Jahr unbotmäßig die Leviten liest.“ Fraktionsvorsitzende Margarete Bause und die Landesvorsitzende Theresa Schopper, Bündnis 90 / Die Grünen im Bayerischen Landtag, Das Bayerische Fernsehen wiederholte den Starkbieranstich am Freitag den 5. März stark zensiert. Dies wurde den Zuschauer(innen) nicht mitgeteilt. |
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| Kritik an
Politikern kann in Bayern schnell vor den Kadi führen Manfred Weiß, CSU, Ex-Justizminister, MdL, wurde von einem Bürger öffentlich mit dem Plakat "Wer einmal lügt, dem glaubt man nicht! Dr. Manfred Weiß" kritisiert. Der kritische Bürger wollte andere Bürger warnen. Er wurde angeklagt wegen "Verleumdung gegen Personen des öffentlichen Lebens". • Anmerkung 1: Weiß selbst erklärte, er hätte niemals Anzeige erstattet. SZ, 16.3.2009, S. 33 • Anmerkung 2: Auch Politiker untereinander bezichtigen sich oft der Lüge; doch da gilt anscheinend: "Quod licet Iovi, non licet bovi", siehe • Anmerkung 3: Hier kann man konkrete Lügen deutscher Politiker nachlesen (kein Anspruch auf Vollständigkeit, dazu würde die Speicherkapazität aller PC und Computer nicht ausreichen): |
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| Die
fränkische Brauerei "Kaiser
Bräu" warb mittels eines Werbespots von Fredl Fesl
für das nach dem Reinheitsgebot gebraute Bier. Dem Zeitgeist
entsprechende dichtete der Liedermacher mit "clean" und einem "Mann".
(Das englische Wort wiederhole ich nicht, da es in Deutschland, dem
Dorado für Abmahnungen, gefährlich ist, manche Worte öffentlich zu
gebrauchen.) Ein Fussballer fühlte dadurch seine Persönlichkeitsrechte
verletzt: das englische Wort klingt ähnlich wie sein Nachname. Er
klagte gegen die Werbung und das Gericht gab ihm recht! Die Werbung
wurde verboten. Streitwert: 50.000 Euro. Az.: 9 O 16992/08. "Klinsmann gegen Cleansmann" SZ 12.2.2009, S. 53 |
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| CSU-kritisches
Plakate während des Landtagswahlkampfes entfernt Auf dem Sportplatz des TSV Heideck platzierte ein kritischer Bürger das Plakat: "Stoppt Dr. Weiß! Kein Lügner in den Landtag! Dr. Manfred Weiß hat 35 Heidecker Bürger belogen!" Otto Hamperl, Leiter der Poliezeiinspektion in Hilpoltstein war gegen diese freie Meinungsäußerung und ordnete an, das Plakat sofort entfernen zu lassen. SZ, 4.9.2008, S. 52 Wenn CSU-Politiker andere Politiker öffentlich Lügner nennen, so fällt das unter freie Meinungsäußerung, ein hehres Grundrecht (wie oft scheinheilig betont wird). Wenn Bürger andere Bürger informieren wollen droht Strafe. Dann ist freie Meinungsäußerung verboten und politische Information des Bürgers ist immer einer Straftat verdächtig. |
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| Fremdenfeindliche
und rassistische Wahlplakate der NPD
wurden bayernweit polizeilich abgehängt. Die Plakate zeigten eine
Karikatur von drei vermeintlichen Ausländern (eine Frau mit Kopftuch,
ein Mann mit Turban und einen Schwarzer) auf einem fliegenden Teppich
und darüber den Schriftzug "Guten Heimflug!" Damit folgte die NPD
bekannten Vorbildern: „Kinder statt Inder!“, Fahndung nach
Hautfarbe, Vertreibung von Ausländern, Festung Europa, und ...
„Sämtliche Staatsanwaltschaften haben Ermittlungsverfahren wegen
Volksverhetzung eingeleitet“, sagte Wilfried Krames, Pressesprecher des
Justizministeriums. SZ, 27.8.2008, S. 33 – Justizministerin
nennt NPD-Plakate „widerlich“, Augsburger Allgemeine,
27.8.2008
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| Christopher
Street Day in München, 12. Juli 2008 Die CSD-Parade in München gibt alljährlich Anlass für Zensur- und härtere Massnahmen. Im Jahr 2008 gestaltet Dietmar Holzapfel zusammen mit dem Bund für Geistesfreiheit Bfg und dem Lesben- und Schwulen Verband Deutschland LSVD einen Wagen. Auf Anraten der Behörden legte er vorab sein Konzept zur Genehmigung vor. Es soll auf die Diffamierung bestimmter Menschen durch die Katholische Kirche und besonders durch Joseph Ratzinger und seine Bischöfe hinweisen. Auf dem Wagen werden Bischöfe dargestellt, die Brücken zum anderen Ufer zersägen. Es sind dies Walter Mixa, Augsburg, Gerhard Müller, Regensburg, Joachim Meisner, Köln, und der "Steigbügelhalter für Hitlers Ermächtigungsgesetz" Pacelli, späterer Pius XII. SZ, 8.7.2008, S. 41 Die genannten Manager der Katholischen Kirche sind schon mehrmals durch Diskriminierung anderer Menschen oder Ähnlichem aufgefallen: |
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| Meinungsfreiheit
oder nicht: das liegt in Bayern im
Ermessen eines Polizeibeamten Kritik am Islam und anderen nicht-christlichen Religionen fällt unter Kunst- und Meinungsfreiheit. Politiker werfen den Muslimen Intoleranz vor, wenn sie Mohammed-Karikaturen oder ähnliches beanstanden ( Bei Kritik an den großen christlichen Kirchen wird der entgegensetzte Weg beschritten: die Kritik wird oft an Ort und Stelle untersagt, die Kritiker verklagt und verurteilt. Beim Christopher-Street-Day CSD 2006 in München wurde die öffentlich ablehnende Haltung (um es milde auszudrücken) der Katholischen Kirchen gegen Homosexualität angeprangert und kritisiert. (Intern ist die Katholische Kirche eher ein sicherer Hafen für homosexuelle oder pädophile Kirchenmänner; siehe |
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| Zu Jahresbeginn hält die CSU immer zwei
Treffen in Wildbad
Kreuth ab: die MdB und MdL vereinen sich separat zum
Kamingespräch. In 2008 erhielt das Treffen
zusätzliche
Brisanz: dem Wirt der gegenüber liegenden Gaststätte
"Altes
Bad" wurde die Speisekarte verboten! Er hatte darauf Spezialgerichte
wie "Tagliatelle mit Ragout – nach Fürther
Spezialrezept mit
zarten Latexhandschuhen ausgerollt" oder "Zarte Fleischpflanzerl vom
Grill ganz frisch durch den Mixa gejagt – ohne Herdpauschale
und
garantiert frei von Claudia Roth-grünen Bitterstoffen". Die
Gerichtsbezeichnungen spielten auf aktuelle politische Skandale und
Ereignisse an. Das ging der CSU zu weit. Sie zeigte wenig Humor
(ähnlich wie Muslime oder Christen bei Karikaturen) und das
Grundgesetz missachtend verboten sie dem Wirt diese Speisekarte. SZ,
9.1.2008, S. 36
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| Boykottaufruf
gegen Scientology-Werbung ist zulässig Die Meinungsfreiheit wurde in einem Streit Scientology - Junge Union vor dem Bundesverfassungsgericht ausnahmsweise priorisiert. Die Junge Union rief zum Boykott derjenigen Werbefirmen auf, die Plakate und Inserate für Scientology brachten. Das Oberlandesgericht München wertete dies als unzulässigen wirtschaftlichen Druck. Das Bundesverfassungsgericht entschied: der Boykottaufruf sei eine verfassungsrechtlich geschützte Meinungsfreiheit. Az: 1 BvR 292(02). SZ, 30.10.2007, S. 38 Dieser Sieg für die Meinungsfreiheit ist zu begrüssen. Man kann gespannt sein, ob Boykottaufrufe gegen Seilbahnen oder die katholische Kirche oder ... ähnlich grosszügig behandelt werden. Scientology wird von den Machthabern bewusst benachteiligt und verfolgt ( |
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| Ausstellung
"Das Schwein in der Kunst" im Museum Kloster Asbach Frauenbund der Diözese Passau u.a. bewirken Verbannung von 2 Bildern in einen Nebenraum • "A Diner for 13" des Wiener Künstlers Nino Holm (Mitglied der Band Erste Allgemeine Verunsicherung); es ist dem berühmten Wandfresco Leonardo da Vincis vom Abendmahl Jesus Christus im Kreis seiner Apostel und Verräter nachempfunden. Der Künstler stellt die Figuren als muntere Schweine dar. • "Schweinebauch", Fotografie der oberbayerischen Künstlerin Gisela Hellinger, das eine nackte Fau zeigt, auf deren Bauch ein Schweinskopf gemalt ist. Die Künstlerin im Interview: "Ehrlich gesagt, sollte es die Öffentlichkeit mehr erregen, dass es heutzutage noch ein katholischer Frauenverband schafft, ein Bild abhängen zu lassen." SZ, 26.10.2007, S. 42 Die beiden aus katholischen Kreisen kritisierten Werke sind nun in einem Nebenraum und nur auf Nachfrage (Namen werden notiert !?) zu besichtigen. SZ, 25.10.2007, S. 49 |
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| Selbst
die Isolierung der beiden Werke war den Kirchenvertretern noch ein Dorn
im Auge. Der Passauer Landrat Hanns Dorfner, CSU, zensierte die
Kunstwerke "A Diner for 13" und "Schweinebauch"
endgültig: sie werden nicht mehr gezeigt. SZ,
31.10.2007, S. 50
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| Kritik
von Tierfreunden an Prof. Dr. Jürgen
Vocke, CSU, MdL, wurde bestraft Landgericht München entscheidet: Jägerpräsident Vocke darf nicht als »Lusttöter« bezeichnet werden Prof. Dr. Jürgen Vocke ist • Honorarprofessor FH München • Kreisrat in Ebersberg • Beirat Mitgliedervertreter Gothaer Versicherung Köln • hat weitere sechs vergütete oder ehrenamtliche Funktionen, darunter auch Präsident des Landesjagdverbandes Bayern e.V. und er ist • Landtagsabgeordneter Und er ist – fast hätte ich geschrieben: "passionierter", aber das könnte strafbar sein – Jäger. In der Verbands-Zeitschrift Jagd in Bayern konterte Prof. Dr. Jürgen Vocke auf Kritik der "Initiative zur Abschaffung der Jagd" mit: "Wir lassen uns die Freude an der Jagd nicht nehmen" und "Sie ist Passion". Die Jagdgegner verwechselten die nahezu synonymen Wörter "Freude", "Passion" und "Lust" und fragten in einem Flugblatt: "Ist Vocke ein Lusttöter?" Vocke klagte auf Unterlassung. Das Gericht meinte, "Passion" (die sich Vocke selbst zuschrieb) sei nicht nur mit "Lust" und "Leidenschaft" zu verbinden, sondern auch mit der Passion Christi. SZ, 21.8.2007, S. 34 Ist das harmloser? Christus wurde gegeißelt und gekreuzigt. Möge das Tieren erspart bleiben! Ergänzung: Titelüberschrift der Jagd in Bayern 8, 2007: "Werden Sie ein Teil der Brunft". |
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| Zensoren
und Hardliner gewinnen
überall die Oberhand Die Münchner Erzdiözese sagte einen öffentlichen Vortrag über Religionen am 5.8.2007 im Kirchlichen Zentrum in München ab. Es war zu befürchten, dass der angekündigte Redner Pierre Vogel für die Katholische Kirche Unangenehmes gesagt hätte. Er trat zum Islam über und nennt sich nun Abu Hamza. Nach der kürzlichen Betonung des Papstes Joseph Ratzinger (er nennt sich jetzt Bendikt XVI.), dass alle anderen Religionen nicht so richtig zählen ( Der Vorwurf (siehe Pressemeldung der Erzbistum München und Freising) ist geradezu grotesk: Abu Hamza zitiere "das Alte und Neue Testament, um zu beweisen, dass im Gegensatz zum Koran Juden und Christen sehr wohl einen grausamen und rächenden Gott hätten". Diese Position ist sachlich kaum zu beanstanden. Besonders im Alten Testament findet man dazu Belege zuhauf. Zwei Beispiele von vielen: "Den Herrn, deinen Gott, sollst du fürchten" Dtn 6,13. Einen lieben Gott bräuchte man nicht zu fürchten, nur einen grausamen, rächenden. - "Denn der Herr, dein Gott, ist als eifersüchtiger Gott in deiner Mitte. Der Zorn des Herrn, ..." Dtn 6, 15. Gott ist also eifersüchtig und zornig. |
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| Die
Schere im Kopf und einige Proteste schnappten zu Kabarettist Django Asül machte in der Fastenzeit 2007 als Bruder Barnabas zum Starkbieranstich auf dem Nockherberg eine gute Figur. Vielen CSU-Anhängern war er zu hart. Sie übten teils heftige Kritik. Von einem Stammtisch in Ingolstadt meldete sich CSU Hardliner und Ex-Staatssekretär Hermann Regensburger. Er hat nichts gegen Türken (die bekannte stereotypische Entschuldigungsformel), aber dass ein Türke die bayerischen Politiker derbleckt, das ging ihm zu weit. Am "Elite-Stammtisch" in Ingolstadt sitzen ehemalige Richter, Ärzte, Ingenieure, Stadträte, Oberbürgermeister und auch Ex-Staatssekretär Hermann Regensburger. Letzterer beschwerte sich im Namen des Stammtisches bei der Paulaner-Brauerei über den Auftritt von Django Asül und forderte dessen Absetzung. "Wir sind unisono der Meinung, dass es nicht passend ist, wenn ein Türke die bayerischen Politiker derbleckt." Jetzt wurde der beliebte Niederbayer ausgebootet. Paulaner Geschäftsführer Andreas Steinfatt will für das Jahr 2008 jemand anders, vermutlich jemand der den Politikern wieder Brei um den Mund schmiert, dann trinken sie mehr. Django Asül nahm den Hinauswurf sportlich: "Ich hätte gerne weitergemacht." SZ, 3.8.2007, S. 43 Bemerkenswert. sogar Markus Söder, CSU, der angeblich in Asüls Nockherbergrede stark attackiert wurde, plädierte für den Kabarettisten: "Schade, dass er aufhört. Ich hatte mich gerade an ihn gewöhnt". Interview mit Georg Anastasiadis, OVB 4.8.2007, S. 2 Holger Lösch, Sprecher der Schörghuber-Unternehmensgruppe, zu der Paulaner gehört: "Die direkte Konfrontation ohne die versöhnliche Maske eines Mönchs hat eine Schärfe mitgebracht, die die Figur nicht haben sollte." SZ, 4.8.2007, S. 47 Grund für den Rauswurf ist also die klare Sprache; ab dem Jahr 2008 ist wieder versöhnlicher Lobesschleim angebracht. Der Verdacht, dass Asül auf Druck der CSU geopfert wurde, lässt sich nicht belegen. SZ, 4.8.2007, S. 47 |
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| Zum
Papstbesuch
in
München, September 2006, veranstalteten der Bund
für Geistesfreiheit
München (bfg) mit den Künstlern Wolfram
P. Kastner und Georg
Ledig
eine Kunstaktion in der Münchner
Fußgängerzone. Die beiden Akteure wollten damit das
nach wie vor gültige Reichkonkordat von
1933 aufmerksam machen. Es war Adolf
Hitlers erster internationalen
Vertrag und zeigt die Allianz der katholischen Kirche
mit dem Nazi-Regime. Das Reichskonkordat
ist nach wie vor geltendes
Recht; es wurde vor kurzem von Edmund
Stoiber, CSU, mit Joseph
Ratzinger erneuert; es gesteht den Kirchen heute
noch umfangreiche Privilegien zu. Die Münchner Polizei griff
sofort ein: die Kunstaktion wurde verhindert. Der Versuch der
Kunstauktion und die Vereitelung durch die Polizei wurden gefilmt und
auf einer DVD dokumentiert mit dem Titel "Weg
mit dem Konkordat". Auf deren Hülle ist
ein Papst zusammen mit Adolf Hitler (Schauspieler) abgebildet, also die
Konkordatskumpanen. Am Samstag, 9. Juni 2007, wurde die DVD auf einem Stand beim Münchner KunstCorso ausgestellt. Dort konfiszierte die Polizei zwei der DVDs ohne Bezahlung. Auch Info-Blätter gegen das Reichskonkordat wurden beschlagnahmt. Wolfram P. Kastner vom Institut für Kunst und Forschung fragt zurecht: "Wer schützt uns vor Kunstraub, Polizei-Willkür und Kirchenstaat?" Der RV München-Südbayern der Humanistischen Union (HU) protestierte gegen die Polizeiaktion. |
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| Nach Einschaltung von Staatsschutz, Polizei und
Staatsanwaltschaft bekam der Aktionskünstler Wolfram Kastner (ja der,
nicht die am Reichskonkordat mit Adolf
Hitler festhaltenden Politiker)
einen Strafbefehl über 1.500 Euro. Er wurde behördlicherseits
schikaniert und es kam zu einem Gerichtsverfahren, das dann eingestellt
wurde. SZ, 22.11.2007, S. 54. Zivilcourage ist in Bayern nicht nur unerwünscht sondern gefährlich: Zivilcourage in
Bayern.
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| Gegner
von Neonazis und
Rechtsextremen werden in Bayern scharf verfolgt Am 25. April 2006 prallten auf dem Marienplatz in München Rechtsextreme und Neonazigegner aufeinander. Die Polizei mischte sich unter die Neonazigegner und konzentrierte sich auf diejenigen, die Zivilcourage gegen das braune Gesindel zeigten. Neonazigegner wurden festgenommen und mindestens einer, T.S., wurde wegen "Verunglimpfung des Staates und seiner Symbole" § 90a StGB angezeigt undAnlässlich des Papstbesuchs in München im September 2006 veranstalteten der bfg München www.bfg-muenchen.de mit den Künstlern Wolfram Kastner und Georg Ledig eine Aktion in der Münchner Fußgängerzone. Die beiden Akteure wollten mit einer Kunstaktion auf das nach wie vor gültige Reichkonkordat von 1933 aufmerksam machen. Dieses war Hitlers erster internationalen Vertrag und dokumentiert die unheilige Allianz von katholischer Kirche mit dem Nazi-Regime. Das Reichskonkordat ist nach wie vor geltendes Recht und gesteht den Kirchen heute noch umfangreiche Privilegien zu. verurteilt. Aufgrund des angewandten Jugendrechts werden ihm "nur" 32 Stunden gemeinnütziger Arbeit aufgebrummt; ansonsten hätten ihm bis zu drei Jahre Haft gedroht. SZ, 16.9.2006, S. 50 Wer in Bayern Zivilcourage zeigt, lebt auf gefährlichem Fuß, siehe Siehe auch Zum Vergleich, SZ, 23.1.2007, S. 36
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| Anlässlich des Besuchs von
Papst Joseph Ratzinger
in München am 9.-10.9.2006 startete die Polizei schon im
Vorfeld eine Aktion gegen kritische
Meinungsäußerung. Die Verteilung eines Flugblatts
wurde am Mittwoch den 6.9.2006 unterbunden. Die Künstler Wolfgang P. Kastner
und Georg Ledig
zogen verkleidet (Papst, Hitler) durch die Stadt. Zivilbeamte
begleiteten sie und schrieben alle Äußerungen mit.
Mit der Begründung einer nicht angemeldeten Versammlung
(manche Grundrechte werden in Deutschland nur auf Antrag
gewährt) wurden die beiden Spassvögel festgenommen. SZ,
7.9.2006, S. 50 Ähnlich wie in Nordkorea oder dem früheren Rumänien soll dem Besuch eine allseitige Zustimmung vorgegaukelt werden. Heinrich Amadeus Wolff, Staats- und Verwaltungsrecht, LMU München: "Ich habe Zweifel, ob bei der Pauschalsaussage, es werde keinerlei Kritik geduldet, die Meinungsfreiheit ausreichend berücksichtig wird. Das scheint mir nicht der Fall zu sein. Ich glaube, da macht es sich die Polizei zu einfach." OVB, 8.9.2006, S. 11 Kabarettist Sigi Zimmerschied zum Papstbesuch: "... eine Hoffnung habe ich: dass er nach drei tagen wieder verschwindet." SZ, 7.9.2006, S. 50 |
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| Edmund Stoiber, CSU,
meinte, wer bewusst auf den religiösen Empfindungen anderer
Menschen herumtrampele, müsse mit Konsequenzen rechnen
– in schweren Fällen mit bis zu drei Jahren Knast.
Wahrscheinlich hat er vergessen, dass die CSU ein Verbot
religiöser Symbole durchsetzte ( |
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| Lächerliche
Zensur eines Hemds Philipp Schuller aus Germering wollte mit einem Polo-Shirt in den Farben schwarz-weiß-schwarz-rot ins Münchner Stadion zur Fussball-Weltmeisterschaft: Tunesien gegen Saudi-Arabien. Die Sicherheitskräfte stuften das Hemd als rechtsradikal ein. Schuller mußte es ausziehen! SZ, 17.6.2006, S. 53 Afroafrikaner zusammenschlagen wird kaum so streng verfolgt wie das Tragen eines Hemds in den "falschn" Farben. |
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Am
Mittwoch den 7.Juni 2006 schlug die Polizei im Dauerstreit zwischen
Bayerns Innenminister Günther
Beckstein und dem Liedermacher Hans Söllner
wieder zu. Wegen Kritik an bayerischen Politikern wurde
Söllner schon öfters mit Auftrittsverboten und
Geldstrafen überhäuft (
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| Groteske
Zensur durch das Bayerische Innenministerium (das von den Grund- und Bürgerrechte eh
nicht viel hält, vergleiche: |
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| Zweieinhalb
Jahre Rechtsstreit um eine Passage aus dem Reggae-Song "Mei Angst"
(da freie Berichterstattung in Deutschland oft gerichtlich verfolgt wird, nenne ich den beanstandeten Vergleich von Innenminister Günther Beckstein mit Adolf Hitler und Heinrich Himmler hier nicht; E-Mail-Anfragen werden beantwortet
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| Bei der Sicherheitskonferenz
2004 in München
("Sicherheitskonferenz": euphemistische Bezeichnung für die
alljährliche Tagung der Kriegsminister und Waffenlobby) wurden
Reporter durch die Polizei bei ihrer Arbeit behindert. Ein
festgenommener Fotograf wurde wegen "versuchter Gefangenenbefreiung"
verklagt; ein durch Pfefferspray verletzter Journalist klagte gegen die
Polizei. Beide Verfahren wurden eingestellt. Das Ziel:
Einschüchterung der Presse wurde erreicht. SZ,
8.10.2005, S. 51
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| Die Verfolgung des
Liedermachers
Hans Söllner endet nicht. Das bayerische Oberste Landesgericht
entschied, daß sich Söllner erneut wegen eines
Vergleichs von Innenminister Günther
Beckstein mit Adolf
Hitler und Heinrich
Himmler vor Gericht verantworten muß. SZ, 25.2.05, S. 53 Kritik an den politisch Verantwortlichen ist in Bayern und Deutschland sehr gefährlich. Es genügt, wenn man die Haarfarbe falsch angibt oder vor brauner Gefahr warnt: schon steht man vorm Kadi. |
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| Politische Zensur auf Anweisung
Monika Hohlmeiers, CSU Kultusministerin Monika Hohlmeier, CSU ( Die Landtags-SPD fordert im zensierten Brief von den Eltern Engagement und Interesse für und an der Schule ihrer Kinder. Das mochte Kultusministerin Monika Hohlmeier, CSU, nicht dulden. In Bayern darf nur die CSU (das Kultusministerium hat "längst eine CSU-Standleitung in die Direktorate gezogen", SZ, 5.2.2005, S.59) Propaganda an den Schulen treiben. Ein Grundsatzbeschluss der CSU, der die verfehlte Politik der rot-grünen Bundesregierung anprangert, wurde den Schulen zugemailt. SZ, 5.2.2005, S.59 |
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| Die bisherige Zensur von
Schülerzeitungen in Bayern wurde etwas gelockert. Das direkte
Eingriffsrecht des Schulleiters wurde gestrichen. Die neue Regelung:
Soll die Zeitung auf dem Schulgelände verteilt werden, muss
sie dem Schulleiter rechtzeitig vorgelegt werden. Der kann zwar
Einwendungen erheben, die abschließende Entscheidung
über Zensur – ja oder nein – liegt aber
beim Schulforum, einem Gremium aus Lehrern, Eltern und
Schülern. |
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| Das Aktionsbündnis des Volksbehrens gegen die
Forstreform darf weder im Radio noch im Fernsehen für sein
Anliegen werden. Der Bayerischer Verfassungsgerichtshof entschied am
24.11.2004, daß das bayerische Medien- und Rundfunkgesetz
keine Werbesports für Volksbehren zu. SZ
25.11.2004, S. 48 Obwohl in der bayerischen Verfassung steht: "Das Volk tut seinen Willen durch Wahlen und Abstimmungen kund", darf dafür nicht geworben werden, wenn es der Regierung oder der Partei nicht paßt. Bekanntlich wird für andere Volksabstimmungen eifrig in Rundfunk und TV geworben. |
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| Am 4.10.
erschien die neue Kulturzeitschrift Steinstraße 11.
Sie wurde zensiert und arf nur eingeschränkt "unter dem
Ladentisch" verkauft werden. Der Grund ist ein Artikel von Art
Spiegelman über die so genannten Tijuana-Bibles
– pornographische Parodien berühmter Comics, wie
Donald Duck und Mickey Mouse. Dieser Artikel hat ide Kanzlei Auer Witte Thiel auf
den Plan gerufen, die daraufhin nur eine "beschränkte"
Auslieferung empfohlen hat. Anwalt Karl-Ulrich
Witte zur Kulturzeitschrift: "Schmierereien".
Chefredakteurin Gina
Kehayoff bemängelte diese Entscheidung.
SZ, 19.10.2004, S. 44; Zapp NDR-Medienmagazin 17.10.2004 |
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| Der Müchner Journalist Friedrich Mülln
hatte nach viermonatiger Tätigkeit in einem Labor einer
Münchner Firma in Münster seine Aufnahmen in "Frontal
21" (ZDF, 12/2003) präsentiert. Er wollte über die
Praktiken aufklären. Dabei bezeichnete er die Käfige
als zu klein und sprach von Mißhandlungen. Das Landgericht
München verbot ihm diese Meinungsäußerung.
Für die 80 x 60 cm und 60 x 40 cm Käfige der Affen
lag kein Gutachten vor, die Mißhandlung unterstelle
juristisch eine Böswilligkeit der Tierpfleger, so das Gericht.
OVB, 14.10.2004, 31
|
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| Kultusminister
Alois Hundhammer,
CSU, verbot 1948 nach nur fünf Aufführungen das
Ballett "Abraxas - Faust-Ballett in 5 Bildern" im Münchner
Prinzregententheater, weil eine Schwarze Messe die Mehrheit des Volkes
beleidige. Quelle: Maximilianeum
5/2004, S.73. |
| Wieder
einmal wurde der Liedermacher Hans
Söllner
von Innenminister Günther
Beckstein wegen Beleidigung verklagt.
Söllner sang im Song "Mei Angst" die Zeilen: "Friara hams
Hitler ghoaßn und Himmler, heit hoaßns Beckstein
und Haider." In erster Instanz bekam Beckstein mit seiner reklamierten
Gleichsetzung mit Nazis recht. Das Landgericht München sieht
den Satz als beleidigend an, gab aber Grundgesetz §5 (Freiheit
für Kunst, Wissenschaft und Lehre) Vorrang. SZ,
8.5.2004, S.55
|
| Zur
Bekämpfung des unbequemen Liedermachers Hans Söllner
durch die bayerische Politik "Hans Söllner geht gern vor Gericht für seinen abendlichen Joint, die Richter belegen ihn dafür gern mit ungewöhnlich hohen Geldstrafen, und unbeteiligte Dritte wundern sich. Als hätte nie ein drittes Jahrtausend begonnen, wird hier ein Berchtesgadener Hippie mit einer Härte bekriegt, die geradezu albern erscheint." Doris Kuhn: "Pop, Stolizei! »Der Bayerische Rebell« – ein Dokumentarfilm über den Liedermacher Hans Söllner", SZ 16.4.2004, S. 14 |
| Das Landgericht München
verurteilte Christiaan B. in zweiter Instanz wegen Aufruf zur Sprengung
einer Nazi-Versammlung zu 600 Euro. Christiaan B. ( |
| Kritik an Politikern
verboten. Der Herausgeber eines Anzeigenblattes im Chiemgau darf Alois Glück,
CSU, MdL, nicht mehr als "Vordenker der Abkassiererkultur" bezeichnen. |
| Dem Journalisten Michael Backmund
wurde nach Angaben der Deutschen Journalistenunion (dju) bei den
Protesten gegen die Sicherheitskonferenz am 7.2.2004 von Polizisten aus
einem vorbeifahrenden Zivilfahrzeug mit Pfefferspray ins Gesicht
gesprüht. Die Anwältin Angelika Lex will Anzeige
wegen gefährlicher Körperverletzung bei der
Staatsanwaltschaft einreichen. Die dju erklärte zu dem Fall:
„Die Übergriffe auf Kollegen und die Behinderungen
von Journalisten durch die Polizei häufen sich.“ Es handele sich um einen massiven Angriff
auf die Pressefreiheit. SZ,
10.2.2004, S. 45
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Kritik der politischen
Zustände durch Hans Söllner werden in Bayern weiter
verfolgt.
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| Nach der Zensur von
Sexualkundebüchern wurde den
fundamentalistischen Ordensschwestern in Auerbach, Oberpfalz,
zunächst publikumswirksam gekündigt. Jetzt
gehören sie wieder dem Zweckverband der örtlichen
Realschule an: Bereinigung auf bayerische Gutsherrenart. SZ, 3.3.2002, S.44 Die neue Provinzoberin hat in einem Brief an den Vorsitzenden der Bayerischen Bischofskonferenz die Zensur der Sexualkunde-Seiten ausdrücklich begrüßt, da diese Seiten "aus pädagogischer und katholischer Sicht nicht dazu geeignet sind, die jugendlichen zu verantwortungsvollem geschlechtlichen Verhalten anzuleiten". SZ, 4.3.2003, S.40 |
| Die CSU
forderte zum Boykott des Films "Jackass" auf. Markus Söder,
Vorsitzender der CSU Medienkommission meint, der Film zeige
"abstoßende und absolut menschenunwürdige Szenen". SZ,
27.2.2003. Was ist der
Unterschied zwischen menschenunwürdig und absolut
menschenunwürdig?
|
| Ein 45-jähriger Rettungshelfer verlor wegen
einer
Meinungsäußerung zum 11.9.2001 seinen Job am
Klinikum Nürnberg, bei dem er zuvor 13 Jahre
beschäftigt war. Er meinte gegenüber Arbeitskollegen:
"Die Anschläge waren gut. Jetzt sehen die Amis mal, was mit
uns Libanesen gemacht wird. Es hat noch viel zu wenige erwischt." OVB, 30.11.2002, S.5
|
| Ein
17-jähriger Gymnasiast wurde bei einer SPD Kundgebung auf dem
Münchner Marienplatz von
einem Polizeikommando umringt, abgeführt und wegen Beleidigung
Stoibers angezeigt. Auf seinem Plakat stand, Edmund Stoiber, CSU,
sei "korrupt, rassistisch, demokratiefeindlich, unsozial". Selbst wenn
dies nicht zuträfe, wäre Kritik und freie
Meinungsäußerung laut Grundgesetz zulässig;
in Bayern jedoch nur eingeschränkt gültig. Süddeutsche
Zeitung, 16.9.2002, S.42
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Keine Kritik zugelassen: Viele Lehrer sind mit der Rechtschreibreform unzufrieden. "Die trauen sich aber nicht, ihre Unzufriedenheit kund zu tun, weil sie Repressalien befürchten." Oberbayerisches Volksblatt, 23.7.2002, S.9 Wenn Duckmäuser unterrichten, werden auch die Schüler brave Staatsbürger. |
| Christoph
Boekel, Absolvent der Münchner Hochschule
für Film und Fernsehen, dreht als
Abschlußarbeit Der lange Atem
über die Wiederbewaffnung der Bundesrepublik. Dieser Film
durfte nicht öffentlich vorgeführt werden. |
| Sonntag, 26.5.2002 für 19
Uhr kündigt der Gong auf BR alpha
die Sendung zur Inquisition "Hexenjäger von Trier"an. Statt
dessen kommt eine eher esoterische Sendung über die Mystikerin
Hildegard von Bingen. Anfrage bei info@br-online.de ergab die Antwort:
"Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass
Programmänderungen immer mal wieder vorkommen können,
wie bei diesem Fall um aktuelle Ereignisse zu würdigen." Ulrike Schmitz Bayerischer Rundfunk Abteilung
Bildungsfernsehen - BR-alpha. Meine Antwort: "Wie kann
eine Sendung über die Hildegard von Bingen eine aktuelles
Ereignis sein?"
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| Wegen seiner besonderen Verdienste
um die Zensur verlieh 1988 die "Junge Presse Bayern" den Silbernen
Maulkorb an den Nürnberger Staatsanwalt
Gert Breitinger, der die jugendeigene
Schülerzeitung Fetzngaier beschlagnahmen
und zensieren ließ. Hörfunk
- Fernsehen - Film 1988, 6 S.32 Fetzngaier,
c/o Kommunikationszentrum Königstraße 93, D - 90482
Nürnberg
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| Erst
jetzt wurde mir bekannt, daß 1994 ein erstaunlicher
Zensurfall in BY recht heimlich und lautlos über die
Bühne ging. Dr. Peter Kock Die Geschichte des
modernen Bayern im 19. und 20. Jahrhundert erschien bei der Landeszentrale
für politische Bildungsarbeit, wurde aber bald
wieder zurückgezogen. Auch aus dem Buchhandel wurde es
ingezogen. Grund: ein Abschnitt über die Amigo Affäre
des Ex-Ministerpräsidenten Max
Streibl, CSU. Eine weitere Verbreitung des
Buches wurde untersagt und eine Rückholaktion gestartet.
Ähnliches passiert ja auch bei der Korrektur der Geschichte um
Stalin, Chruschtschow u.a. in der ehemaligen UdSSR. |
| Kreisverwaltungsreferent Wilfried
Blume-Beyerle über das Demonstrationsverbot
in München 1. bis 3. Februar 2002: "Trotzdem bin ich
nicht glücklich, denn der Preis war hoch – ein
dreitätiges Verbot der Meinungsäußerung.
Das muss der absolute Ausnahmefall bleiben." SZ,
4.2.2002, S.41. Ich behaupte: es bleibt kein absoluter
Ausnahmefall. Wer wettet mit mir?
|
| Wie
jetzt bekannt wurde, hat der damalige Kultusminister Bayerns Hans Zehetmair, CSU, ( Münchner Merkur, 13.12.2001, S.9 Dazu Auszug aus der "Unter der Themenstellung „Musik provoziert“ enthielt es [ein Musikbuch für den 8.Jahrgang] unter anderem das Lied „Gott mit dir, du Land der BayWa“, eine Verballhornung des Bayernlieds. Das Ministerium erachtet dieses Lied nicht als geeignet für ein Schulbuch und forderte den Verlag auf, es durch einen anderen Text zu ersetzen, was der Verlag auch bereitwillig tat." [ ] Einfügung durch H.H. Sonderbar: unter „Musik provoziert“ ist ein provozierendes Lied nicht geeignet. "Drei bis vier Leute haben mich angesprochen", erzählt Hans Well von der Biermösl-Blosn. Ihre Meinung über die Zensur war eindeutig: "Die spinnen doch." Münchner Merkur, 17.12.2001, S.7 |
| Der
18-jährige Schüler Klaus
Birnstiel war auserwählt
anlässlich der Verleihung von Verfassungsmedaillen
(hauptsächlich an Politiker, die ihren gut bezahlten Job lange
genug machten) eine Rede im Landtag zu halten. Beinahe wäre
sein Auftritt geplatzt. In seinem Text wollte er das
Verhältnis von Franz
Josef Strauss, CSU, zur Verfassung als
"zweifelhaft" bezeichnen. Das bayerische Kultusministerium war nicht
einverstanden und zensierte zu "diffizil". Um die Rede, die dem
behinderten Birnstiel sehr wichtig war, überhaupt zu halten,
willigte er ein. Münchner
Merkur, 10.12.2001, Seite 7 |
| Erneut
zensierten die
fundamentalistischen Ordensschwestern der Realschule in Auerbach
Biologiebücher. Diesmal wurden die Bücher der
8.Klasse wegen schwerer Bedenken gegen die darin enthaltenen bildlichen
Darstellungen zur Sexualität eingesammelt. SZ,
31.10.2001, S.60. Erstaunlich ist, daß
bayerische Schüler von religiösen Fanatikern
unterrichtet werden dürfen.
|
| Ordensschwestern
zensieren Bio-Bücher, sie entfernten
aus allen Biologiebüchern an der Realschule in Auerbach
(Oberpfalz) alle Seiten zum Sexualkundeunterricht
für Zehntklässler. Peter Brendel, Sprecher des
Kultusministeriums: "Sexualkunde ist in der zehnten Jahrgangsstufe
vorgeschrieben." Das Ministerium will nicht
einschreiten!? Münchner Merkur,
26.9.2001, S.7
|
| Auf einer Versammlung in
Amberg
sagte der örtliche Kreisvorsitzende der oberschlesischen
Landsmannschaft Walter
Sattler, dass die Vertreibung der Schlesier nach
dem 2.Weltkrieg “der größte Holocaust
aller Zeiten” gewesen sei und “durch nichts, aber
auch gar nichts an Grausamkeit zu überbieten ist.”
Er erhielt einen Strafbefehl über 16.000 DM. Das Gericht
meinte, Sattler habe damit “die Verbrechen der
Nationalsozialisten heruntergespielt”. SZ
17.7.2001, S.43
|
| Die Prozeßserie Staat gegen Hans Söllner
ist beendet. Söllner muß 75.000 DM zahlen, da sich
Polizei, Richter und u.a. Günther
Beckstein, CSU, beleidigt fühlten
durch Söllners Erzählung vom "Großen
Schwarzen Vogel, der über Bayern schiß und ...
Beckstein war da!" – Wie der jährliche
Salvatoranstich am Nockherberg in München zur Farce
gerät: März 2001: ein großer schwarzer
Vogel namens Beckstein krächzt andauern "Ausweisen!" und der
echte Innenminister Beckstein amüsierte sich
prächtig. |
| Für
seine Behauptung, es habe niemals tschechische Zwangsarbeiter gegeben,
muss ein Rentner aus Krailling (bei München) 6300 DM Strafe
bezahlen. SZ, 12.6.2001, S.48.
|
| Mitglieder der
ÖDP wollten bei einem Besuch von Edmund
Stoiber, CSU,
ihre Meinung kundtun. Ihre Transparente: "Die ÖDP grüsst
den Möchtegern-Bayern-Kini Edi S. den Freund der
Ölscheichs, Genmultis und Atombarone" "KOHL schweigt, Stoiber
prahlt, Das VOLK zahlt ...". Die
Kriminalpolizeit vereitelte diese Meinungsäußerung
und entfernte die Transparente der angemeldeten und behördlich
erlaubten Demonstration. Rechtsanwalt Hans-Peter Neumann: "...das ist
vor allem ein massiver Eingriff in das Grundrecht der freien
Meinungsäußerung." Süddeutsche
Zeitung, 25.10.2000, S.L10
|
| Nach
einem Konzert von Hans
Söllner in Denklingen (Landkreis
Landsberg, Bayern) beschlagnahmten Polizisten zwei Tonbänder
mit Aufnahmen dieses Abends. Im Mittelpunkt seines derben Spotts
standen Edmund Stoiber,
Günter Beckstein und Monika Hohlmeier, alle CSU.
Anschuldigung: Verunglimpfung von Verfassungsorganen. Süddeutsche Zeitung, 12.7.2000, S.L6
|
| Bei Kommentaren
über CSU-Mitglieder endet
die Meinungsfreiheit. Ein Abtreibungsgegner
muß 1000 Mark Strafe wegen Beleidigung zahlen. Der
promovierte Theologe warf Theo
Waigel, CSU, im Juli 1998 vor, für
"Tötungskapazitäten" Staatsgelder bereitgestellt zu
haben. Damit wandele Waigel "in den Fußstapfen Hitlers".
Landgericht Nürnberg(!)-Fürth. Münchner
Merkur, 23.5.2000, S. 6
|
| Nachzensur durch die Bayerische Landeszentrale
für neue Medien (BLM). Eine der
bayerischen Zensurbehörden, der Medienrat der BLM, verurteilte
drei Beiträge von Radio Fantasy (Augsburg), Radio Gong
(Würzburg) und Radio Lora (München). Süddeutsche
Zeitung, 8.April 2000, Seite
22
|
| Rund
540 Musik-CDs mit Neonazi-Liedern sowie zahlreiche Hakenkreuzfahnen und
Aufkleber mit SS-Runen wurden bei einem 22-Jährigen im
Landkreis Kitzingen beschlagnahmt. Sie fallen unter die deutsche
Zensur. Münchner Merkur,
11.Dezember 1999, Seite 5.
|
| In der Sendung Tschurangrati
des Bayerischen Rundfunks
mit der Biermöslblosn und Gerhard Polt "ging
leider entgegen fester Zusagen beim Schneiden das schöne Lied
»Wie reimt sich in Bayern was zusamm« verloren,..."
Hans Well, Mitglied der Biermöslblosn, Süddeutsche
Zeitung, 8.Oktober 1999, Seite 23
|
| " ...wo wir doch gerade in Bayern
eine Demokratie haben, in der man frei seine Meinung sagen darf. Es
muss freilich die richtige sein: ..." Herbert Riehl-Heyse Süddeutsche Zeitung, 24.August 1999,
Seite 15
|
| Edmund Stoiber, CSU,
bemängelte die Festmusik bei der Verleihung des
Nürnberger Menschenrechtspreises. Es handelte sich um die Kantate "Il Canto Sospeso" von
Luigi Nono. Der Vertrag von Nürnbergs
Generalmusikdirektor Eberhard Kloke wurde von der CSU Mehrheit im
Stadtrat nicht verlängert. Süddeutsche
Zeitung 4.Oktober 1997
|
| Kritische Äußerungen eines
46-jährigen Lehrers über die bayerische "Kruzifix-Verordnung"
wurden bestraft. Sie
gelten nicht als freie Meinungsäußerung.
Az.: M 19 DA 96.3954. Süddeutsche
Zeitung, 13.Juli 1999, Seiten L2, L8
|
| Gegen strenge
Auflagen
(öffentliche Entschuldigung, künftige
Zurückhaltung; der übliche bundesdeutsche Medienmaulkorb
halt) darf Jürgen Fliege weitermachen. Münchner
Merkur, 13.Juli 1999, Seite 31 Seine "Verbrechen": er
bezeichnete Gott als "Gangster da oben" und äußerte
Sympathie für die Serben.
|
| Dem Fernsehmoderator Jürgen Fliege wird von BR-Fernsehdirektor Gerhard Fuchs
der Vertrag nicht verlängert. Fliege hat in einem Interview
eine Meinung geäußert, die Herrn Fuchs nicht
gefällt. Süddeutsche
Zeitung 30.6.99, Seite 23 und 1.7.99, Seite 21
|
| Eine Frau
im obersten Stockwerk eines siebenstöckigen Hauses
muß ihre Satellitenschüssel mit 80 Zentimeter
Durchmesser entfernen. Die Richter am Bayerischen Obersten
Landesgericht werteten dies als "unzulässige
bauliche Veränderung", die zu einer "nachteiligen
Veränderung des ästhetischen Gesamteindrucks"
führe. Ästhetik ist also wichtiger als das
Grundgesetz. 3.-5.April 1999,
Süddeutsche Zeitung Seite 52, Münchner Merkur Seite 1
|
| Der bayerische Liedermacher Hans
Söllner wurde zu 120 000 DM Strafe wegen
Meinungsäußerung verurteilt. Er habe Innenminister
Günther Beckstein beleidigt. Süddeutsche
Zeitung, 19.März 1999, Seite L9
|
| Gegen den
Empfang ausländischer Sender sind: (diese Links führen nicht zu offiziellen Websites dieser Personen) |
| Kaufbeuren: Autoknacker von der
Polizei klauten einen 5-er BMW und bauten Wanze ein. Süddeutsche Zeitung, 5.Januar 1999, Seite 10 |
| Der Stasi BND
überwacht
täglich mehr als 100 000 Telephon- und Faxverbindungen.
"Ständig aktualisierte Wortbanken, die mit sogenannten
Hit-Words gespeist werden, selektieren für den BND die Texte."Süddeutsche Zeitung 15.12.1998,
S.1 Das Grundgesetz Art.10 ist aufgehoben.
|
| Der Verfassungsschutz liest im
Internet eifrig mit. "Würden Seiten mit
extremistischem Inhalt gefunden, die auch über Online-Dienste
erreichbar seien, informiere man diese. Mehrmals seien solche Seiten
dann abgeschaltet worden." Süddeutsche
Zeitung, 27.August 1998 Die ausgeübte Zensur wird offen zugegeben. |
| Am Tag des freien
Geistes wollte das Zentrum russischer Kultur in München eine
Ausstellung anläßlich der Neuverfilmung von Nabokovs
Lolita
mit dem Titel Lolita hinter den Spiegeln
eröffnen. Das Münchner Kulturrefarat erhob Einspruch.
Die Ausstellung durfte nur 40 der geplanten 60 Bilder zeigen und
hieß Geflüchtete Engel. Süddeutsche
Zeitung 23.Januar 1998
|
| Laut Bericht des Arbeitsausschusses
für Bürgerrechte und innere Angelegenheiten im
Europaparlament liest der US-Geheimdienst NSA mit Hilfe des
Memex-Systems alle ihn erreichbaren E-Mails mit. Memex ist eine
lernfähige Suchmaschine, die durch Schlüsselworte
"interessante" Mails von "uninteressanten" unterscheiden kann. Quelle: TV
TODAY ONLINE 2/98
|
| Im Mai 1984 wurde in
Bayern eine Scheibenwischer-Sendung des
Kabarettisten Dieter Hildebrandt aus dem Kabel-Fernsehprogramm
genommen. Hildebrandt habe die Bundesrepublik, die Bundeswehr und den
Papst beleidigt. aviso 1/2001. Zeitschrift für Wissenschaft und Kunst in Bayern, S.31 |