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Zensur in Bayern in früherer
Zeit
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| Peter von Osterwald, * 25.12.
1718 in Weilburg als Sohn des Schneiders Johann Ostwald und der
Hutmacherstochter Margaretha Barbara Diener, + 18.1. 1778 in
München. Von einem zeitgenössischen Schriftsteller wurde Osterwald, Geislicher Rat am Hofe des bayerischen Kurfürsten Max III. Joseph, die schwere Geißel der Vernunftschänder genannt, was immerhin dazu führte, daß in München eine wichtige Straße nach Osterwald benannt ist. Er gab 1766 pseudonym Veremunds von Lochstein Gründe sowohl für als wider die Geistliche Immunität in zeitlichen Dingen heraus. Darin argumentierte er für den Ausbau der staatlichen Gewalt in weltlichen Belangen gegenüber der Kirche. Das 280 Seiten lange Buch war ein voller Erfolg: vier Auflagen in vier Jahren; die kirchlichen Kreise entrüsteten sich. Der Fürstbischof von Freising verbot per Anschlag an den Kirchentüren die Lektüre des Buches, das ohne schwere Sünde nicht gelesen werden könne. Kurfürst Max III. Joseph ließ die Anschläge abreißen und erklärte den bischöflichen Erlaß für null und nichtig. Osterwald gehörte zu den Gründungsmitgliedern der Philosophischen Klasse der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, deren Direktor er in den Jahren 1762-1768 und 1774-1778 war. |