| Angegriffene
Literatur in der Bundesrepublik
Deutschland Wenn hier auf zensierte Bücher hingewiesen wird, so ist das kein Angebot und keine Werbung für diese Bücher, sondern dient der Abschreckung! Neben den |
| Aufschrei-Sprecher Jürgen Grässlin, die Journalistin Danuta Harrich-Zandberg und der Regisseur Daniel Harrich deckten die illegalen Gewehrlieferungen der Waffenschmiede Heckler & Koch nach Mexiko in Filmen und dem nachfolgenden Buch Netzwerk des Todes auf. Statt die drei Autoren mit dem Bundesverdienstkruez auszuzeichnen ermittelt die Staatsanwaltschaft München gegen die drei Autoren wegen der Veröffentlichung von Dokumenten. Die Firma Heckler & Koch hat im Bundestga mächtige Fürsprecher. |
| Das Landgericht Köln
urteilte gegen die Pressefreiheit Das Landgericht Köln verurteilte die Autoren Heribert Schwan, Tilman Jens und den Verlag Random House zu einer Million Euro Entschädigung für Helmut Kohl. 116 Zitate aus Vermächtnis - Die Kohl-Protokolle wurden zensiert: sie dürfen nicht mehr weiterverbreitet werden. Das Urteil ist jedoch noch nicht rechtskräftig. Damit bewertete das Gericht das Persönlichkeitsrecht Helmut Kohls höher als die >>Meinungs– und Pressfreiheit. Dafür
soll er zahlen, SZ, 28.4.2017, S. 5
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| Helmut
Kohl will sich die Hoheit über die Historie vorbehalten Helmut Kohl, CDU, will ein biografisches Buch über sich verbieten lassen. Er hat angeblich Anwälte beauftragt, die Veröffentlichung des Buches von Heribert Schwan und Tilman Jens zu stoppen. In den Jahren 2001 bis 2002 führte Schwan mit Altkanzler Helmut Kohl in dessen Haus in Oggersheim an mehr als 100 Tagen ausführliche Gespräche. Es entstanden 630 Stunden Tondokumente. In Vermächtnis – Die Kohl-Protokolle werden Teile daraus wiedergegeben. Der Spiegel druckte Auszüge. Helmut Kohl, CDU, scheiterte mit dem Versuch, das Buch Vermächtnis. Die Kohl-Protokolle per einstweiliger Verfügung zensieren zu lassen. Ein Sprecher des Oberlandesgerichts (OLG) bestätigte am 9. Oktober 2014: das Landgericht Köln habe den Antrag Kohls zurückgewiesen. Schwerer
Vertrauensbruch durch Ex-Biografen. Der Kampf um Kohls Vermächtnis wird
zum Schmierenstück, Focus, 6.10.2014 – „Kohl-Protokolle“ -
Altkanzler
Helmut Kohl scheitert vor Gericht, Focus
Online, 9.10.2014 – |
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| Spendenmafia
strikes back Der Autor Stefan Loipfinger gründete 2008 das Online-Portal CharityWatch.de. Aufgrund seines Buchs Die Spendenmafia kam es zu zahlreichen Angriffen auf das Buch und die Person des Auotrs. Wegen der hohen Kosten der rechtlichen Verteidigung stellte Loipfinger das Online-Portal CharityWatch.de zu Beginn des Jahres 2012 ein. Es wundert kaum, dass die Spendenmafia dieses Werk nicht kommentar- und widerstandslos hinnahm. Wem der Dreck am Stecken gezeigt wird, der schäumt. Zahlreiche Gegendarstellungen wurden erzwungen. Dabei muss man wissen: in Deutschland sind die Hürden für erzwungene Gegendarstellungen extrem niedrig. Abmahnungen sind an der Tagesordnung. Wer dabei von "Wahrheit" spricht, dem ist kaum zu trauen, zu schnell denkt man dabei an "Prawda". Rupert
Neudeck: Wegweiser im Dickicht der Bettelbriefe, DLF,
12.12.2011 – Prof.
Dr. Friedrich Vogelbusch: Besprechung auf social.de – Hans
Klumbies: Besprechung auf wissen57.de – sage die
wahrheit – Stefan
Loipfinger
– CharityWatch.de
stellt Arbeit ein, 12.2.2012 |
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| Ex-Geliebte
von Jörg Kachelmann erwirkt Buchverbot Die Ex-Geliebte C. D. von Jörg Kachelmann erwirkte, dass Recht und Gerechtigkeit: Ein Märchen aus der Provinz nicht weiter ausgeliefert werden darf, so lange ihr vollständiger Name darin steht. Die ausgelieferten 40.000 Exemplare dürfen aber noch verkauft werden. Die Anwälte von C.D. erwirkten eine weitere einstweilige Verfügung gegen Kachelmann: er darf den Namen der Ex-Geliebten ab sofort nicht mehr in der Öffentlichkeit nennen. "HIER
stellt Kachelmann sein verbotenes Buch vor", BILD.de
12.10.2012 |
| Susanne
von Bülow, Tochter von Loriot, klagt gegen eine Biografie über
ihren Vater Nach Mitteilung des Riva Verlags fordert Susanne von Bülow:
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Dieter
Lobenbrett: Loriot:
Biographie. Riva, 2012. Taschenbuch, 208
Seiten |
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| Zunächst
pro Meinungsfreiheit: World Wide Fund for Nature WWF darf kritisiert
werden Der WWF hatte in einem Zivilverfahren die Unterlassung von 13 Punkten von Autor und Verlag gefordert. Er beantragte eine entsprechende 'einstweilige Verfügung'. Da man durch diese und Abmahnung in Deutschland sofort verurteilt werden kann, kuschten viele Buchhändler und nahmen das Buch aus dem Angebot, darunter auch amazon.de. Margarete Reske, Richterin des Kölner Landgerichts, urteilte: "Der WWF muss sich Kritik gefallen lassen". Das Buch darf zunächst ohne Änderungen weiter vertrieben werden. Autor
darf WWF kritisieren, SZ, 16. Juni 2012, S. 23Nachtrag Einige Passagen des Werks müssen auf uf gerichterliche Anordnung in der nächsten Auflage gestrichen werden. Deshalb wird der Fall nun in |
| Verkauf
des Schwarzbuch WWF
aus dem Gütersloher Verlagshaus soll gestoppt werden Im Schwarzbuch WWF kritisiert der Journalisten Wilfried Huismann den WWF = World Wide Fund For Nature wegen Nähe des WWF zur Industrie, kolonialer Vergangenheit, Intransparenz und Beteiligung an ökologisch umstrittenen Projekten. Eine Anwaltskanzlei machte Unterlassungsansprüche geltend. Zahlreiche Buchhändler kuschten vor der juristischen gewalt und nahmen das Buch aus dem Programm. Random House sagte, dass bereits vor der Buchveröffentlichung „massiv Druck auf den Verlag ausgeübt“ worden sei. Als kleiner Mensch ist man gegen Buchzensur in Deutschland machtlos, aber man dieses: Nie mehr einen Cent oder mehr an die WWF spenden! Kanzlei
geht gegen "Schwarzbuch WWF" vor, Börsenblatt
3.6.2012 – Druck
auf Buchhändler WWF drängt kritisches Buch vom Markt,
FAZ 2.06.2012 – „Der
WWF ist schizophren“, FAZ 3.06.2012 – Hintergrundinfos
und Film zum Schwarzbuch WWF |
| Spät und
ganz knapp
für die Pressefreiheit Christoph Maria Herbst: Ein Traum von einem Schiff erschien 2010 und wurde ziemlich schnell zensiert. Über das Landgericht Berlin wurde eine einstweilige Verfügung erlassen. Die beanstandeten Stellen mussten im E-Book und gedruckten Buch eingeschwärzt werden. Im Zweifel gegen Pressefreiheit. Der Verlag legte Berufung ein. Kurz vorm anberaumten Verkündungstermin beim Kammergericht zog der Anwalt für die Zensurveranlasserin den Verfügungsantrag zurück. Das Buch darf wieder unzensiert verbreitet werden. "Ein
Traum von einem Schiff" - Ohne schwarze Stellen, Börsenblatt
7.3.2012 |
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| Vom Musiker Thomas
Anders hörte und las ich zum 1. Mal am 6. November 2011.
Zur
hörenswerten Musik (siehe: – Einstweilige
Verfügung - Autobiografie: Thomas Anders streitet mit Ex-Frau Nora,
boersenblatt, 6.11.2011 |
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| Gegen das neue
Buch der Hamburger Autorin Tina Uebel Last
Exit Volksdorf liegt
eine Unterlassungserklärung vor. Dies bestätigte der C.H.Beck Verlag in
München.
Der Roman wird derzeit nicht mehr ausgeliefert. In Deutschland greift
die Zensur schnell, wenn sie nicht schon im Kopf des Autors stattfand.
Im Roman Last
Exit Volksdorf kommen Vergewaltigungen vor. "Unterlassungsaufforderung", SZ, 14.2.2011, S. 14 |
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Vorerst zensiert! Auch Last Exit to Brooklyn von Hubert Selby Jr musste mit Anfeindungen kämpfen. Heute ist es Schullektüre. |
| Der
Riemann Verlag bekam wegen des aufklärerischen
Buchs Mafia Export
ein drohendes Anwaltsschreiben. Zwei Leute
beschwerten sich über ihre namentliche Nennung im
Buch und verlangten Unterlassung. Der Riemann Verlag pochte auf das Recht der Öffentlichkeit auf Information und wollte die Unterlassungsaufforderung nicht unterzeichnen. |
Trotzdem
der Verlag
mit einer eidesstattlichen Versicherung eines italienischen
Staatsanwalts und mit Berichten des Bundeskriminalamts BKA die
Behauptungen im Buch untermauerten, bleibt es
zensiert. Die Richter des Landgerichts München I: vor einer
Veröffentlichung
hätte der Autor eine Stellungnahme der im Buch genannten Personen
einholen müssen . Im Zwiespalt
der Meinungs- und Zensurfreiheit und dem Informationsinteresse der
Öffentlichkeit einerseits und der Persönlichkeitsrechte andrerseits
entschieden die Richter gegen
Meinungs- und Zensurfreiheit.Az. 9 O 19400/10 und 9 O 19401/10 – "Im Zweifel für die Kläger", SZ, 11.11.2010, S. 57 – Verlag muss Duo aus Mafia-Buch streichen, OVB, 12. 11. 2010, S. 37 |
| Gerichtsurteil
pro Zensur schlägt durch Random House hat den Vertrieb aufgefordert, das Buch ab sofort nicht mehr lieferbar zu halten und nicht mehr zu bewerben, insbesondere auch online, und zudem die E-Book-Fassung zurückzuziehen. Die 9. Zivilkammer des Landgerichts München sah in den Passagen des Buchs, die von zwei Erfurter Gastronomen die Mitgliedschaft in einer Mafia-Organisation behaupten, rufschädigende und unrichtige Tatsachenbehauptungen und untersagte diese. Sie gab damit den Forderungen der Betroffenen auf Unterlassung, Zensur und Einstweilige Verfügung statt. Riemann zieht
Mafia-Buch nach Urteil zurück, börsenblatt 16.11.2010 |
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| Das Landgericht Hamburg zensierte per
einstweiliger Verfügung das folgende Buch. Darin sieht sich Professor
Gerhard Ehninger unzutreffend dargestellt. Der Berlin Verlag
darf das Buch nicht mehr verbreiten. Die Autorin Ursel Sieber
setzt sich in dem Werk Zulassung neuer Medikamente auseinander. Anhand
von Therapien Therapien gegen Krebs, Demenz und Diabetes zeigen manche
Medikamente oftmals keinen Zusatznutzen. |
| Im
Leben des Sudetendeutschen Eugen
Mühlfeit spielte die Hilfe für andere eine wesentliche
Rolle. Dabei ging er oft naiv
vor und geriet in die Fänge der Geheimdienste von Ost und West.
Mühlfeit wurde wegen Flucht verurteilt und kam ins Gefängnis und in
die Psychiatrie. Er half mit Bilder in den Westen zu retten. Beim
Transfer soll angeblich Robert Havemann gelegentlich geholfen haben.
Dessen Witwe Katja
Havemann bestreitet diese humane Handlung ihres
Ehepartners. Ihr Dementi steht auch im Buch. Trotzdem
verlangt sie, die Stellen über ihren Mann zu streichen. Außerdem will
sie eine Entschädigung in Höhe von 50.000 Euro. Der Lukas Verlag und
seine Autorin lehnen dies ab. |
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| Die Kinder von Franz Josef Strauß ( "Strauß-Kinder wollen gegen Buch klagen", SZ, 17. Juli 2009, S. 33 |
| Das
Landgericht Köln gab Max Strauß
recht. Autor Wilhelm Schlötterer hatte den Nachlass des 1988
gestorbenen Politikers Fraz Josef Strauß in seinem Buch auf 300
Millionen Mark beziffert. Die umstrittenen Passagen dürfen nun nicht
mehr veröffentlicht werden, urteilte das Gericht am 13.2.2013. Die
Persönlichkeitsrechte der Angehörigen würden dadurch verletzt. Das
Gericht stufte sie offensichtlich als schutzwürdiger ein als die
Meinungs- und Pressefreiheit. Die Aussage, Teile des
Vermögens seien kriminell erwirtschaftet, darf ebenfalls nicht mehr
gemacht werden. |
| Nächste
Instanz Das Oberlandesgericht Köln untersagte dem Autor Wilhelm Schlötterer, einige Passagen aus seinem Buch „Macht und Missbrauch“ zu wiederholen. Geklagt hatte Max Strauß, Sohn von Franz Josef Strauß. Einer der Streitpunkte: Schlötterer hatte in seinem Buch behauptet, dass das Strauß-Erbe 300 Millionen D-Mark betragen habe, nach anderer Darstellungen sogar bis zu 450 Millionen DM. Da das nicht auf Mark und Pfennig zutrifft, wertete das OLG Köln dies als unwahre Tatsachenbehauptung. Das Gericht ging auch bei einigen weiteren Passagen im Schlötterer-Buch von "unwahren Tatsachenbehauptungen" aus. Schlötterer muss diese Passagen aus seinen Büchern streichen. Das noch nicht rechtskräftige Zensururteil trägt das Aktenzeichen AZ 28 O 773/11. |
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Große
Buchhandlungen wie Thalia, Karstadt, Kaufhof,
Dussmann, die Mayersche und
Osiander wurden abgemahnt. Der Eichborn Verlag erhielt eine
Einstweilige Verfügung. Grund ist das aktuelle Buch von Jürgen Roth
„Mafialand Deutschland“. Es deckt die Strukturen der italienischen
Mafia in Deutschland mittels Ermittlungsergebnissen des
Bundeskriminalamtes und des Landesamts für Verfassungsschutz Sachsen
auf.
Börsenblatt
7.04.2009Jürgen Roths "Mafialand Deutschland" wird seit 31.3.2009 vom Verlag nur noch in einer zensierten Fassung ausgeliefert. Einstweilige Verfügung wegen "Mafialand Deutschland" von Jürgen Roth, Börsenblatt
31.3.2009 |
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In
zensierter Form ist das Buch weiterhin
erhältlich. Greift zu, bevor auch der Rest zensiert wird! |
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| Zur Zensur kam Schmerzensgeld • Das Buch der Journalistin Petra Reski: Mafia: Von Paten, Pizzerien und falschen Priestern darf in Deutschland weiterhin nur zensiert erscheinen. • Zusätzlich verhängt der Pressesenat des Oberlandesgerichts München gegen die Verlagsgruppe Droemer-Knaur ein Schmerzensgeld von 10.000 € an den ehemaligen Gastronom Spartaco Pitanti. Er sah durch das Buch seine Persönlichkeitsrechte verletzt. Verlagssprecher Carsten Sommerfeldt: "Dass der Verlag trotz dieser Berichte der obersten deutschen Ermittlungsbehörde, die Reskis Recherchen zugrunde lagen, verurteilt wurde, ist ein Skandal und verletzt die Pressefreiheit." Der Verlag wird gegen das Urteil Verfassungsbeschwerde einlegen.
Pressesenat
verhängt Schmerzensgeld wegen Mafia-BuchDroemer-Knaur: "Urteil ist ein Skandal", Boersenblatt, 7.12.2011 |
• Das Buch der
Journalistin Petra
Reski: Mafia:
Von Paten, Pizzerien und falschen Priestern darf in
Deutschland nur zensiert erscheinen. Die Anwälte des Gastronomen Spartaco
Pitanti erwirkten eine Einstweilige Verfügung. Das
Buch beschreibt Verstrickungen der Mafia in Deutschland und darf nur
geschwärzt erscheinen. Börsenblatt
20.11.2008• Vom Landgericht Duisburg wurde die von Rolf Milser beantragte Einstweilige Verfügung gegen das Buch zurückgewiesen. Börsenblatt
28.11.2008• Das Landgericht München I wies den Widerspruch des Droemer Verlags zurück. Das Buch darf weiterhin nur zensiert (geschwärzt) erscheinen. Börsenblatt
17.12.2008; SZ 17.12.2008, S. 38• Das Oberlandesgericht München gab der Zensur den Vorrang und wies die Berufung am 7. April 2009 zurück. Das Buch darf weiterhin nur zensiert (geschwärzt) erscheinen. Der Gastronom Spartaco Pitanti hatte die einstweilige Verfügung beantragt. Die Verhandlung habe auf Anordnung des Gerichts unter Polizeischutz stattgefunden, teilte der Verlag mit. Börsenblatt
8.04.2009• Am 8. April folgt vor dem Oberlandesgericht Düsseldorf die Berufungsverhandlung gegen Antonio Pelle und Rolf Milser. Unabhängig davon reichten sie beim Landgericht München nun Hauptsacheklage gegen Verlag und Autorin ein. Börsenblatt
1.04.2009 |
Zur Frankfurter
Buchmesse 2008 kritisierte Nobelpreisträger Orhan Pamuk
die Türkei: dort werden Bücher noch immer verboten ( "Bücher
werden noch immer verboten", dradio 15.10.2008).
Er hätte aus demselben Grund auch Deutschland anprangern können. Der
Roman (!) über die Filmschauspielerin Romy
Schneider Ende
einer Nacht
von Olaf
Kraemer darf auf der Frankfurter Buchmesse nur mit
geschwärzten Passagen präsentiert werden. Das Landgericht Frankfurt untersagte die Verbreitung der ursprünglichen Fassung des Buchs per einstweiliger Verfügung. Die Familie der Künstlerin monierte sieben Passagen, in denen Magda Schneider, der Mutter von Romy, eine persönliche Nähe zu Adolf Hitler unterstellt wird. Einstweilige
Verfügung gegen Romy-Schneider-Roman, dradio 15.10.2008 |
||
| Das Landgericht Frankfurt bestätigte am Freitag den 13.2.2009 die Zensurverfügung gegen den Roman Ende einer Nacht. Die letzten Stunden von Romy Schneider. Nur eine der sieben beanstandeten Stellen darf wieder verbreitet werden. SZ, 14.2.2009, S. 17 | ||
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|
Olaf
Kraemer, Uschi Obermaier: High
Times: Mein wildes Leben.
München: Heyne, 2008. Broschiert, 297 Seiten
|
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| Gerhard
Schröder, bei dem es schon
gefährlich wird, wenn man seine
Haarfarbe ungenau nennt, lässt seine Anwälte gegen das Buch von Jürgen
Roth: Der
Deutschland-Clan - Das
skrupellose Netzwerk aus Politikern, Top-Managern und Justiz
losgehen. Schröders Anwalt erließ eine einstweilige Verfügung gegen die
Passagen, in denen es um Schröders Beratertätigkeit für die
russische Gazprom geht. Das Buch wurde zensiert: gekürzt
und umgeschrieben. Nach fünf Auflagen gibt es
einstweilige Verfügungen an verschiedene Hamburger Buchhandlungen wegen
der aktuellen sechsten Auflage des Buchs. Amazon liefert noch. ( Siehe auch |
| Der Autor Günter
Grass klagte gegen eine Biografie über
ihn. Nobelpreisträger Grass und der Biograf Michael Jürgs
einigten
sich aussergerichtlich. Jürgs hatte behauptet, Grass habe
sich freiwillig zur Waffen-SS gemeldet. In der Neuauflage des
Buches wird dies zensiert und stattdessen wird es lauten:
„Günter Grass schrieb, dass er als
17-jähriger Wehrpflichtiger zur Waffen SS-Division Frundsberg
eingezogen wurde.“ Der ursprüngliche Text werde
nicht mehr wiederholt, sagte Grass-Anwalt Paul Hertin. |
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|
| Martin
Kölbel: Ein Buch,
ein Bekenntnis. Die Debatte um Günter Grass' "Beim
Häuten der Zwiebel". Steidl 2007. Broschiert, 368
Seiten |
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| Die Autorin Senait Mehari
wurde angezeigt: es wird
bezweifelt, ob ihre Erlebnisse als Kindersoldatin in Eritrea,
geschildert in Feuerherz, wahr sind. Das
Buch erschien 2004 und
wurde bis heute nach Verlagsangaben 450.000 mal. Mittlerweile
wurde es sogar verfilmt. Der Film „Feuerherz“
läuft am Filmwettbewerb Berlinale, Februar 2008. |
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| Senait
G. Mehari: Wüstenlied. München:
Droemer/Knaur,
2007. Broschiert: 320 Seiten |
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| Die Verfassungsbeschwerde von zwei Lehrern gegen das Buch Pestalozzis Erben wurde zurückgewiesen. Anders als bei Esra von Maxim Biller wurde hier pro Meinungs- und Kunstfreiheit entschieden. SZ, 1.2.2008, S. 14 |
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| Das Bundesfamilienministerium
stellte einen
Zensurantrag bei der Bundesprüfstelle für
jugendgefährdende Medien gegen das religionskritische
Kinderbuch Wo bitte geht's zu Gott? fragte das kleine
Ferkel.
Begründung: das Buch sei geeignet, die Entwicklung
von Kindern und Jugendlichen zu gefährden. Ausserdem werden in
dem Buch "die drei großen Weltreligionen Christentum, Islam
und das Judentum verächtlich gemacht". Der Indizierungsantrag ist ein Versuch, Religionskritik an den drei grossen Religionen zu verhindern. Kritik an kleinen Religionsgemeinschaften ist dagegen erlaubt; teilweise werden diese von politischer Seite sogar verfolgt: |
| 6. März 2008 Die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien entschied, dass das Kinderbuch Wo bitte geht's zu Gott?, fragte das kleine Ferkel nicht als jugendgefährdend indiziert wird. Endlich mal wieder ein Sieg für die Meinungs- Kunst- und Religionsfreiheit! |
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| Die Leser der Zeitung Junge Freiheit
verteufelten in zahlreichen Besprechungen im Internet den
kritischen Sammelband Die
Wochenzeitung "Junge Freiheit".
Nur wenige lobten die gut recherchierte Analyse
der beiden SPD-Herausgeber. Der Historiker Stefan
Scheil dagegen
monierte Falschaussagen über sich.
Ich verweise auf seine Präventivkriegsthese in den Kernideen ( Statt Meinungsdifferenzen argumentativ auszutragen und eine gewisse Gelassenheit zu zeigen, hat es sich in Deutschland eingebürgert mit Abmahnungen, Unterlassungserklärungen, Gegendarstellungen und den Gerichten vorzugehen. Mit Die offene Flanke der SPD gab es gar ein Buch zur Gegenaufklärung. Auch ich traue mich hier nur – auf den Verfassungsschutzbericht berufend – zu schreiben: Die Junge Freiheit gibt rechtsextremistischen Autoren ein Forum (Verfassungsschutzbericht Bayern 2001, S. 118). Der VS-Verlag will nun Die Wochenzeitung Junge Freiheit" mit geschwärzten Passagen und einer zusätzlichen Fußnote wieder ausliefern. Börsenblatt.net 18.01.2008 |
| Florian
Havemann, Sohn des DDR-Regimekritikers, muss – trotz zensierter
Überarbeitung der Familienbiografie Havemann – wegen
Verletzung
von Persönlichkeitsrechten Schmerzensgeld zahlen. Das Landgericht
Berlin gestand einer Protagonistin des Buches ein Schmerzensgeld in
Höhe von 20.000 Euro zu. Das Urteil ist noch nicht
rechtskräftig. |
| Der Roman Havemann
des Autors Florian
Havemann darf nicht mehr ausgeliefert werden.
Der Suhrkamp-Verlag hat
das Buch zurückgezogen und wird eine zensierte
("überarbeitete") Version veröffentlichen. Florian Havemann schreibt darin romanhaft über seinen Vater Robert Havemann, einen DDR-Dissidenten, und den Liedermacher Wolf Biermann. Jemand, der sich im Buch zu erkennen glaubte, hat den Verlag abgemahnt. Der Verlag unterzeichnete eine Unterlassungserklärung. Die Abmahnprozedur – für einen Rechtsstaat wäre sie untragbar, da die Beweislast sofort beim Beschuldigten liegt – sorgt nicht nur für volle Kassen bei den Rechtsanwälten sondern auch für zahlreiche zensierte Bücher. Am 21.12.2007 wurden die Buchhändler gebeten, alle nicht verkauften Exemplare des Romans zurückzusenden. Wer gegen den Roman juristisch vorging wurde nicht genannt. [Am 4.2.2008 wurde eine Klägerin bekannt: Die Schauspielerin Eva-Maria Hagen, frühere Lebensgefährtin von Wolf Biermann, ging wegen Verletzung von Persönlichkeitsrechten gegen die Familienbiografie Havemann vor. Hier das zensierte Buch: Florian Havemann: Havemann. Frankfurt, M.: Suhrkamp, 2007. 1091 Seiten 1. Aufl. Ersatzweise muss man sich mit den nachfolgenden älteren Werken begnügen oder seit 15.2.2008 die revidierte, zensierte Ausgabe via Internet kaufen: |
| Ein
ehemaliger SS-Offizier will das Buch seiner einstigen Geliebten
zensieren lassen. Die Autorin charakterisiert darin einen SS-Mann Eike,
der sich gegenüber Juden und Polen menschlich verhalten habe
und deshalb sogar verhaftet und verurteilt worden sei. Erich
Steidtmann, der 1943 im Warschauer Ghetto und in Hamburg agierte, meint
sich in Eike zu erkennen. Er fühlt sich in seiner Ehre als
"Polizei-Berufsoffizier" verletzt. Seit Februar 2007 geht er
gerichtlich gegen die Autobiographie vor. SZ, 17.12.2007,
S. 6
– |
| Das Landgericht Leipzig stellte keine Ehrverletzung
fest. Die 93
Jahre alte Autorin Lisl Urban muss in ihrer Autobiographie die
beanstandeten Passagen nicht streichen. Das Landgericht Leipzig wies am
18.12.2007 die Klage des 92 Jahre alten damaligen Geliebten
zurück. Sie zeichnet im Buch sogar ein positives Bild ihres
einstigen Liebhabers. Vielleicht war es genau dies, was den Kläger verwirrte und störte? |
| Das Landgericht Berlin bestätigte die Zensur einzelner Fotos und Passagen im Buch Interview mit einem Kannibalen. Der Schutz der Persönlichkeit triumphiert wieder einmal über die Meinungsfreiheit, Pressefreiheit und Kunstfreiheit. SZ, 27.2.2008, S. 12 |
| Armin Meiwes, in der Presse
als der "Kannibale von
Rotenburg" bekannt, stoppte den Verkauf eines Buches über ihn
von Günter Stampf. Meiwes sieht durch seine
Persönlichkeitsrechte verletzt, weil bestimmte Passagen des
Textes nicht zutreffend seien. Stampf hat wohl (vielleicht?) das
fachgerechte Zerlegen einer menschlichen Leiche und deren teilweise
Verspeißung unsachgemäss geschildert. Der Verlag
will gegen die Gerichtsentscheidung vorgehen. Bis zur Klärung
werde das Buch weiterhin verkauft, die strittigen Passagen
würden geschwärzt. |
| Hollow Skai
wollte zur Leipziger
Buchmesse 2006 mit Das alles und noch viel mehr
eine Biographie über Rio
Reiser vorlegen. Dem Verlag wurde
dies untersagt. Zunächst war das Werk (über den mir
völlig unbekannten Rio Reiser – ich kenne nur Anton
Reiser, eine Biografie von Karl
Philipp Moritz)
im deutschen
Buchhandel verboten und nur als Download bei Per E-Mail wurde ich auf die Bedeutung von Rio Reiser hingewiesen. Er war vor seiner Solokarriere Sänger der Gruppe Ton Steine Scherben. |
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| Ein
Lichtblick
im zensorischen, abmahn-gebeutelten Deutschland: Trotz Klageandrohung
durch Scientology
wird das Gütersloher Verlagshaus das Schwarzbuch
Scientology der Scientology-Gegnerin Ursula
Caberta
planmäßig ausgeliefern.
In diversen Abmahnschreiben im
Namen von Scientology Deutschland und verschiedener Privatpersonen
wurde die Unterlassung von verschiedenen
Scientology-kritischen Buchpassagen gefordert. Siehe dazu auch: |
| Der
Journalist Peter Leuschner wirft Andrea Maria Schenkel,
Autorin von Tannöd
(meine Der Anwalt der Edition Nautilus hält die Plagiatsvorwürfe für unberechtigt, da es für historische Fakten kein Urheberrecht gebe. Börsenblatt online 12.4.2007 |
| Prozess zum Plagiatsvorwurf gegen Andrea Maria Schenkel
vor dem Landgericht I in München ab 20.2.2008. – |
| Der Streitwert um die von Peter Leuschner monierte
Verletzung des Urheberrechts beträgt laut Gericht 500.000
Euro. |
| Das Landgericht München I sieht die
Plagiatsvorwürfe als nicht gerechtfertigt. Der Vorsitzende
Richter Thomas Kaess: die Zivilkammer nehme keine
Urheberrechtsverletzungen der Autorin Andrea Maria Schenkel an. Der Journalist Peter Leuschner nannte 18 Details, welche die Krimiautorin seiner Ansicht nach von ihm übernommen habe. Der Richter meinte, dies seien jedoch „keine stark prägenden Elemente“ für das Buch. Sie reichen daher für eine Verletzung des Urheberrechts nicht aus. Das Urteil wird am 21. Mai 2008 verkündet werden. |
| Das Landgericht München wies die Klage gegen Andrea Maria Schenkel: Tannöd ab. Trotz gewisser Parallelen sah das Gericht Tannöd als eigenständiges Werk, Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. SZ, 23.5.2008, S. 37 |
| Das Oberlandesgericht München wies die Berufung gegen
das Urteil des Landgerichts München vom Mai 2008 zurück. |
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– |
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| Peter
Leuschner: Hinterkaifeck.
Deutschlands geheimnisvollster Mordfall. Pfaffenhofen:
Ludwig, 1978. 143
Seiten. Neuauflage: Der Mordfall Hinterkaifeck - Spuren eines mysteriösen Verbrechens. Verlag Helga Leuschner, 1997 – |
||
| Der
Nautilus-Verleger Lutz
Schulenburg
wies den Plagiatsvorwurf gegen die Autorin Andrea
Maria Schenkel
zurück. Er meint in seiner Erklärung, "dass es
scheinbar
gegenwärtig zum guten Ton gehört, Besteller-Autoren
mit
Plagiatsvorwürfen anzuzapfen". Börsenblatt
online 12.4.2007 |
||
| Inzwischen kann
schon jeder
Bücher, TV-Filme oder
Aussagen und Szenen in den Medien verbieten lassen. Politiker (mir
fallen Gerhard
Schröder ( |
|
| Gregor
Gysi, aus einer kommunistischen
Funktionärsfamilie stammend, einstmals ein Rechtsanwalt im
Unrechtsstaat DDR (darf man das noch straflos schreiben?), jetzt in der
Fraktion Die Linke im Deutschen
Bundestag, veranlasste per Abmahnung (BTW
ein
völlig |
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| Hermann Weber, Ulrich
Mählert,
Bernhard H. Bayerlein, Hg.: Jahrbuch für Historische
Kommunismusforschung 2006. Berlin: Aufbau, 2006. Gebunden,
480 Seiten |
|
| Gerade Bewohner des einstigen DDR-Territoriums sind im Rechtsstaat noch nicht angekommen. | |
| Der
Roman von Alban
Nicolai Herbst: Meere
darf in einer zensierten Fassung wieder
veröffentlicht werden (siehe Nach der Neufassung des Romans (d.h. Zensur einiger Passagen aufgrund des Einspruchs einer ehemaligen Lebensgefährtin des Autors) wird Meere Ende Mai 2008 erscheinen. SZ, 16.5.2008, S. 16 |
| Noch
nicht erschienen und schon
zensiert Der Tierfutter-Großkonzern Masterfoods (Whiskas, Pedigree, Chappi, Sheba, Frolic u.a.) hat gegen den österreichischen Zsolnay/Deuticke Verlag eine Einstweilige Verfügung gegen Aussagen in der Bewerbung von Hans-Ulrich Grimm: Katzen würden Mäuse kaufen. Schwarzbuch Tierfutter erwirkt. In diesem Buch wird über unappetitliche Praktiken der Tierfutterbranche aufgeklärt. Der Erscheinungstermin des Buchs musste verschoben werden. Börsenblatt Newsletter vom 02.03.2007 – |
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| Hans-Ulrich Grimm: Katzen
würden Mäuse kaufen. Schwarzbuch Tierfutter
Wien: Zsolnay, 2007. Sondereinband: 208 Seiten |
|
| Im
Januar 2007
erschienen und schon zensiert Der ehemalige Chef des Bundeskriminalamtes Horst Herold forderte den Deutschen Taschenbuch Verlag auf, die Verbreitung einer Passage sowie einer Abbildung zu unterlassen. DTV schwärzte in der Biografie Andreas Baader. Das Leben eines Staatsfeindes Textzeilen und eine Abbildung. Die zensierte Biografie wird ausgeliefert, aber offensichtlich nur eingeschränkt beworben. Der Börsenblatt Newsletter vom 15.02.2007 |
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| Klaus
Stern,
Jörg Herrmann: Andreas
Baader. Das Leben eines
Staatsfeindes. München: DTV, 2007. 359 Seiten |
| Mit
dem Motorrad durch den Zeuner-Bau. Erinnerungen ehemaliger TU-Studenten Der Sammelband mit den Erinnerungen von 17 ehemaligen Studenten der Technische Universität Dresden in der Zeit der späten 40er bis frühen 70er Jahren darf nicht mehr vertrieben werden. "In einer einstsweiligen [sic!] Verfügung hat das LG Berlin (27 O 809/06) der Technischen Universität TU Dresden heute bis auf weiteres verboten, ein Buch mit Erinnerungen ehemaliger Studenten zu vertreiben". |
| Im
Dezember ging ein Werk der britischen Journalisten Allan Hall und Michael Leidig
über Natascha
Kampusch, das gekidnappte und von einem
Psychopathen gefangen gehaltene Mädchen in den Handel; ohne
die Zustimmung der Protagonistin. Für Deutschland,
Österreich und die Schweiz erwirkten die Anwälte des
Entführungsopfer ein Verbot: sie sehen die
Persönlichkeitsrechte ihrer Mandantin verletzt. Bestellung also nur via den Links auf |
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| Allan
Hall, Michael Leidig: Girl in the Cellar. The Natascha
Kampusch Story. HarperCollins Publishers 2006. Hardcover, 304
Seiten |
| Nach
einer einstweiligen
Verfügung durch Jürgen
Habermas nahm der Internetbuchhändler
Amazon das Buch Joachim Fest: Ich nicht aus dem
Angebot. Wieland Freund: "Amazon löscht Fest Memoiren »Ich nicht«", Die Welt 10.11.2006 |
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| Zitat: »Die Suche nach "Joachim Fest: Ich nicht" in Bücher erbrachte keine Treffer.« | |
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| Deutschland
rangiert bezüglich
Korrpution und Zensur auf mittleren Plätzen in den
Weltvergleichen. Besonders Kritik an Politikern oder Wirtschaftsbossen
wird mit Verboten und Geldstrafen reglementiert. Nachzulesen bei |
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| Werner Rügemer: Der
Bankier (2. Geschwärzte Übergangs-Auflage).
Ungebetener Nachruf auf Alfred Freiherr von Oppenheim. Nomen
2006. 3., veränd. Aufl. Broschiert, 106 Seiten |
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| Das Landgericht Berlin untersagte am 19. Oktober 2006 auf Antrag der letzten Ehefrau des Schauspielers Klaus Kinski, Minhoi Loanic, mit einer einstweiligen Verfügung dem Aufbau-Verlag, eine sie betreffende Passage aus Christian David: Kinski. Die Biographie zu verbreiten. |
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| Frau
Minhoi
Loanic sieht ihr Persönlichkeitsrecht und besonders ihre
Intimsphäre verletzt. René Strien, Programmchef beim Aufbau-Verlag: "Die Interpretation von Frau Loanic können wir in keiner Weise nachvollziehen. Für uns geht es jetzt vordringlich um den Schutz der freien Meinungsäußerung." Siehe: Der Aufbau-Verlag wird Christian David: Kinski. Die Biographie mit einer geschwärzten Textstelle (= zensiert) wieder ausliefern. Die Welt 27.10.2006 |
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| Christian
David: Kinski Die Biographie. Berlin: Aufbau, 2006.
447 Seiten |
|
| Das
Landgericht Berlin hob die einstweilige
Verfügung am 14. Dezember auf. Dazu erklärte der
Programm-Geschäftsführer René Strien: "Der
Verlag mußte sich gegen diese Beschränkung der
Meinungs- und Kunstfreiheit zur Wehr setzen, da ein Akzeptieren der
einstweiligen Verfügung bedeutet hätte, daß
in Zukunft Biographien nur noch als reine Daten- und Faktensammlung
publiziert werden könnten. Solange ein seriöser Autor
wie Christian David sich einer Persönlichkeit wie Klaus Kinski
nähert, muß ihm auch eine subjektive Interpretation
gestattet sein. Gerade darin besteht die eigentliche
künstlerische Leistung eines Biographen." Börsenverein
des Deutschen Buchhandels 15.12.2006
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| Seltener Sieg für die Pressefreiheit | nachschauen bei Amazon |
| Ex-Tennisstar Michael Stich
wollte
gegen Das jüngste Gerücht vom
Münchner Anwalts Michael
Scheele eine einstweilige Verfügung zu
erwirken. Das Landesgericht Berlin wies den Vorstoß Michael Stichs einige Textpassagen zu verbieten zurück. AZ 27 0 842/06, 25.9.2006 |
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| Michael
Scheele: Das jüngste Gerücht.
München: MVG, 2006. 335 Seiten |
|
| Das Landgericht Frankfurt hat am 31. August die einstweilige Verfügung gegen den Vertrieb von Mythos Romy Schneider aufgehoben. Der Melzer Verlag weist darauf hin, dass durch den Abdruck zweier Fotos, die Magda Schneider mit Adolf Hitler zeigen, keine besondere Nähe Magda Schneiders zum Nationalsozialismus unterstellt werden soll. 5. September 2006 | |
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| Der Nachdruck des Bildbandes Mythos Romy darf vorerst nicht mehr ausgeliefert werden. Der Ehemann von Magda Schneider, Mutter von Romy Schneider, sieht seine Persönlichkeitsrechte verletzt: 2 Fotos vermitteln eine besondere Nähe Magda Schneiders zu Adolf Hitler. Der Melzer Verlag will gegen diese Verfügung vorgehen. Börsenblatt online 10.8.2006 | ![]() |
| Robert
Amos: Mythos Romy. Ich verleihe mich zum Träumen.
Melzer 2006. Gebunden, 288 Seiten |
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| Esoterik
ist ein gigantisches Geschäft. Obwohl Mond und Sterne kaum
geheime Einflüsse auf das Leben und Verhalten der Menschen
haben, blüht die astrologische Pseudowissenschaft ( |
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|
| Johanna
Paungger, Thomas Poppe: Das Mondlexikon. Vom richtigen
Zeitpunkt. Goldmann 2002. Sondereinband, 439 Seiten |
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Ein treffendes Beispiel für deutsche Nicht-Verarbeitung der Vergangenheit. Täterschutz und Persönlichkeitsrechte von Tätern rangiert höher als Freiheit der Kunst und Pressefreiheit; siehe |
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|
| Bundeskanzler Gerhard Schröder,
SPD, beantragte gegen den Eichborn Verlag eine einstweilige
Verfügung. Einige Textstellen könnten dem Leser
suggerieren, der "Antragsteller habe am 10.04.1992 auf einem Flug mit
einem Learjet der Charterfirma FJC von Braunschweig nach Verona
»Sex-Dienstleistungen« in Anspruch genommen." Der
Verlag Eichborn beugte sich der einstweiligen Verfügung und
wird die monierten Textstellen in der nächsten Auflage
ändern. |
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Siehe: |
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Siehe auch: |
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Der
Kriminalroman von Reinhard Liebermann: Das Ende des
Kanzlers - Der finale Rettungsschuss, Betzel Verlag, darf
laut dem Oberlandesgericht in Hamburg nicht mehr
veröffentlicht und verbreitet werden.
SZ, 22.6.2004, S.15 Der Roman Das Ende des Kanzlers - Der Finale Rettungsschuss erregte den Zorn des Kanzlers Gerhard Schröder, SPD. Das Landgericht Hamburg erließ auf Antrag eine einstweilige Verfügung, die sich gegen das ursprüngliche Cover des Buches von Reinhard Liebermann richtet. |
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Die 27. Kammer des Berliner Landgerichts hat eine einstweilige Verfügung, beantragt von einem Sohn des vor kurzem verstorbenen ehemaligen Thurn-und-Taxis-Managers Rolf Levedag, gegen die Autobiographie der Regensburger Adeligen Gloria von Thurn und Taxis erlassen. Dessen Familie macht geltend, daß sich Fürstin Gloria unwahr und diffamierend über einstige leitende Mitarbeiter geäußert habe. |
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Die Beauftragte der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration Marieluise Beck, empfahl dem Verlag von einer weiteren Veröffentlichung der Benjamin-CD "abzusehen" ( |
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Die Deutsche Gesellschaft für Ayurveda ( |
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Gegen
Jürgen Roth: Die Gangster aus dem Osten
hat die deutsche Aktiengesellschaft SPAG (St. Petersburg Immobilien-
und Beteiligungs-AG) mit Sitz in Mörfel-den-Walldorf beim
Landgericht Berlin eine einstweilige Verfügung gegen
fünf Textstellen erwirkt. |
| Nach dem Rückzieher des
Suhrkamp Verlages wird das wegen seiner Israel-Kritik umstrittene Buch Nach
dem Terror des Philosophen Ted Honderich Anfang Dezember im
Melzer Verlag erscheinen. |
| Der Sänger Herbert Grönemeyer erwirkte ein Verbot gegen Ulrich Hoffmann: Grönemeyer. Hoffmann und Campe. Börsenblatt Newsletter 07.10.2003 |
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| Das
Berliner Landgericht
verfügte aufgrund eines Antrags von Thomas
Anders
(früherer Modern Talking Partner ),
daß alle bereits ausgelieferten Exemplare von Dieter
Bohlen: Hinter
den Kulissen zurückgerufen werden müssen.
Auf der Frankfurter Buchmesse wird das Buch nun mit
geschwärzten Passagen vorgestellt. SZ
07.10.2003 |
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|
| Dieter
Bohlen. Hinter den Kulissen. 5 CDs. Random House,
2003. |
| Der
Roman Meere
bleibt nach zwei Instanzen verboten. Der Verlag geht 2005 in die
Berufung, er strebt ein BGH-Urteil an. Existenz eines Autors,
Verlagsinteressen und Freiheit des Wortes stehen der Mimosität
einer Frau entgegen. 14.1.2005 Siehe aber die neuere Entwicklung zum |
|
| Per
einstweiliger Verfügung und unter Androhung einer Geldstrafe
von bis zu 250 000 Euro wurde dem Autor Alban
Nikolai Herbst
(alias Alexander von Ribbentrop) untersagt, aus seinem eigenen Roman Meere
vorzulesen oder vorlesen zu lassen. Herbst hat den Gerichtsbeschluss,
der den Verkauf des Buches noch nicht betrifft, mit
geschwärzten Namen inzwischen auf seiner Homepage
veröffentlicht. Die Klägerin ist anscheinend die
ehemalige Lebensgefährtin des Autors ( |
|
In
der Sendung "Literatur im Foyer" las der Autor Herbst aus seinem Buch.
In der Sendung wurde der Ton ausgeblendet und der folgende Kommentar
eingeblendet.
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| Alban
Nikolai
Herbst. Meere. Marebuchverlag, 2003. Gebunden, 261
Seiten. |
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| Der
Suhrkamp Verlag legte vom
kanadisch-britische Philosoph Ted
Honderich Nach dem Terror vor.
Der Frankfurter Professor Micha
Brumlik, Erziehungswissenschaftler, zugleich
Direktor des Fritz-Bauer-Instituts, das sich in Frankfurt mit der
Geschichte des Holocaust beschäftigt, warf dem Honderich-Buch
Antisemitismus vor. Als Konsequenz distanzierte sich der Frankfurter
Verlag am Mittwoch den 6.8.2003 von seinem Autor und erklärte,
man werde Honderichs bereits vergriffenes Buch nicht mehr auflegen und
die Rechte zurückgeben. In einem Offenen Brief an die Universität Frankfurt bezeichnete Ted Honderich den Antisemitismus-Vorwurf des Frankfurter Professors Micha Brumlik als "Unverfrorenheit und Dummheit". Letter from Ted Honderich sent to the Frankfurter Rundschau for publication on 6 August. It responds to what Micha Brumlik speaks of as his outrage and amazement at finding the book After the Terror full of antisemitism. In |
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|
| Ted
Honderich. Nach dem Terror. Ein
Traktat. Frankfurt am
Main: Suhrkamp, 2003. Broschiert, 241 Seiten. |
| Robert Musil heißt tatsächlich so wie der bekannte Autor (6. 11. 1880 Klagenfurt – 15. 4. 1942 Genf). Er lebt in Wien und schrieb zusammen mit einem Ghostwriter: Der Manager ohne Eigenschaften. Der kleine österreichische Ueberreuter Verlag erhielt einen Drohbrief vom Rowohlt-Verlag, wollte sich auf die angedrohten Zwangsmassnahmen nicht einlassen und kuschte. Das Buch wird aus dem Verlagsprogramm genommen. (Ö1 11.8.2003, 18:15 Ex libris - das Bücherradio) |
|
|
| Der 18. Zivilsenat des Oberlandesgerichts München
entschied am 8. Juli 2008, dass Maxim Billers ehemaliger Freundin keine
Entschädigung zusteht. Das Landgericht München I hatte im Febuar der Schadensersatzklage der ehemaligen Freundin statt gegeben. Der Autor und der Verlag Kiepenheuer & Witsch wurden zur Zahlung von 50.000 Euro Schmerzensgeld verurteilt (siehe unten). Gegen das Urteil legten Verlag und Autor Berufung ein und bekamen beim OLG München recht. |
| Kleiner
Sieg für die Pressefreiheit,
Meinungs- und Kunstfreiheit Nach der Generalzensur des Romans Esra (siehe nachfolgende Texte) wurde eine weitere Klage gegen Esra (Verfasser Maxim Biller) und den Verlag abgewiesen. Die Mutter von Billers Ex-Freundin hatte auf Unterlassung geklagt. Der Bundesgerichtshof wertete diesmal die Kunstfreiheit höher. Begründung: Die Figur Lale im Roman – in der sich die Mutter wiederzuerkennen meinte – ist sehr viel stärker verfremdet als die Ex-Freundin. Az: VI ZR 252/07 – Eine Entschädigungsklage beim Landgericht München I ist noch offen. SZ 11.6.2008, S. 13 |
| Der Niederlage
für die Pressefreiheit,
Meinungs- und Kunstfreiheit durch die Zensur des Urteils
des
Bundesverfassungsgerichts vom 12. Oktober 2007 (das Erscheinen des
Romans Esra wurde untersagt) folgt nun ein weiteres
Verfahren. Billers Ex-Freundin will die Zahlung von
50.000 Euro Schmerzensgeld erstreiten. Die 9. Zivilkammer des Landgerichts München I verurteilte den Autor und seinen Verlag Kiepenheuer & Witsch am 13.2.2008 zur Zahlung von 50.000 Euro. Az.: 9 O 7835/06 Über die Forderung ihrer Mutter wurde noch nicht entschieden. Der im Grundgesetz garantierte Schutz des Persönlichkeitsrechtes überwiege in diesem Fall die Kunstfreiheit, er müsse mit zivilrechtlichen Sanktionen durchgesetzt werden können. Die Entscheidung ist noch nicht rechtskräftig. |
| Stimmen zum
Verbot für Maxim Biller: Esra Die Schere im Kopf im politischen Bereich (Journalisten, Politiker) weitet sich offensichtlich auf Autoren aus: Bodo Kirchhoff: "Mich schränkt das nicht ein, ich schränke mich schon selbst ein." Georg M. Oswald: "Wenn das der Status quo ist, muss jeder Autor künftig Selbstzensur betreiben." SZ, 13.10.2007, S. 13 |
| Beim Verbot
des Romans Esra
von Maxim Biller geht es
um eine
Abwägung zwischen der vom Grundgesetz garantierten Freiheit
der Kunst und den grundgesetzlich geschützten Rechten von
Personen. Diese Persönlichkeitsrechte wurden pikanterweise
seit dem Erscheinen es Romans 2003 von staatlicher Seite erhehblich
ausgehöhlt bis abgeschafft. Durch drei Instanzen wurde bisher
bis zum Bundesgerichtshof verhandelt. Jetzt liegt der Fall beim
Bundesverfassungsgericht. Ein Lackmustest für das Problem der Kunstfreiheit in der Bundesrepublik Deutschland: Zu Maxim Billers »Esra« und Klaus Manns »Mephisto«", Literaturkritik.de 6. Juni 2007 |
| Der BGH in
Karlsruhe verbot am 21.6.2005 den Roman Maxim Biller: Esra
endgültig. Das Persönlichkeitsrecht geht in diesem
Fall vor die Kunstfreiheit. Von der Originalfassung wurden nach
Verlagsangaben etwa 3500, von der entschärften Fassung etwa
1000 Exemplare verkauft. Nun bleibt es wohl beim kompletten Verbot
für das Buch. SZ, 22.6.2005, S. 13 |
| Die Beschwerde beim Bundesverfassungsgericht wurde im Oktober 2007 ebenfalls abschlägig beschieden. Die Persönlichkeitsrechte einer einzelnen Person gehen vor die Freiheit der Kunst. Az: 1 BvR 1783/05 |
| Einstweilige
Verfügung
gegen Maxim Billers Esra. Das Landgericht
München hat auf Antrag von zwei Personen, die sich in diesem
Buch wiedererkannt haben und darin ihre Privatsphäre verletzt
sehen, eine einstweilige Verfügung gegen den weiteren Verkauf
erlassen. Bei der unglücklichen Liebesgeschichte zwischen dem
Schriftsteller Adam und der jungen Esra handelt es sich um ein Ereignis
aus dem Münchner Leben des Autors. Süddeutsche
Zeitung, Freitag, 7.3.2003
Ab Juni 2005 kommt die Causa um Maxim Billers Roman Esra vor den Bundesgerichtshof. Damit wird der Bundesgerichtshof gezwungen, zwischen zwei grundgesetzlich garantierten Rechten abzuwägen: der Freiheit der Literatur und dem Schutz der Intimsphäre. Die vier Instanzen zuvor entschieden sich dreimal für (in diesem Fall) den Vorrang der Intimsphäre der Klägerinnen. Die Welt 18. Juni 2005 |
| Vielfältige
Meinungen zu Maxim Biller und Esra findet man hier: |
| Bei Amazon nachschauen | |
| Maxim
Biller.
Esra. Kiepenheuer & Witsch 2003. Gebunden, 192 Seiten |
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| Im Landgericht
Münster wird die Sache Sprachwissenschaftler Dr.
Klaus Siewert gegen
Krimi-Autor Jürgen
Kehrer verhandelt. Privatdozent Siewert, Uni
Darmstadt, will sich bei der Romanfigur "Professor Kaiser" in
Jürgen Kehrers Wilsberg und der tote Professor
wiedererkannt haben. Der Richter verbietet das Buch trotzdem nicht.
Seine Begründung: "Kaiser stirbt auf Seite elf des Romans. Sie
machen hier noch einen ganz lebendigen Eindruck." unicum.
Das Hochschulmagazin 03/2003. S. 6 |
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| Jürgen
Kehrer. Wilsberg und der tote Professor. Grafit
2002. Broschiert, 192 Seiten |
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