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Religionskritik
Bestrafung für Blasphemie, Gotteslästerung, Religionskritik und Kirchenkritik
Forderungen nach Bestrafung von Religionskritik und Kirchenkritik verstärkt auch in Deutschland
Kritik LinksKritik Literatur

Haftstrefen wegen Religionskritik sind weltweit verbreitet
... einige wollen dies auch in Deutschland durchsetzen.
Ein Gericht in Indonesien verurteilte den Indonesier Alexander Aan zu zweieinhalb Jahre Gefängnis. Er habe den Propheten Mohammed beleidigt, da er auf Facebook schrieb: "Gott gibt es nicht".
Einige prominente Personen fordern auch in Deutschland die Wiedereinführung der Bestrafung für Gotteslästerung: kleine Auswahl dieser Personen siehe im nachfolgenden Eintrag.
Gotteslästerung Verurteilung in Indonesien: Atheist muss nach Facebook-Outing ins Gefängnis, Stern, 15.6.2012
Johannes Singhammer, CSU, schließt sich den Forderungen der Muslimbruderschaft, der Terrorgruppe al-Qaida und ähnlicher Ultra-Extremisten an: schärfere Bestrafung bei Gotteslästerung
Nach Martin Mosebach, Robert Spaemann und Ludwig Schick fordert auch Johannes Singhammer, CSU, eine Verschärfung des Paragrafen 166 Strafgesetzbuch. Das Terrornetzwerk al-Qaida hatte wegen eines gotteslästerlichen Mohammed-Films offen zum Mord an amerikanische Diplomaten aufgerufen. Die Gruppe begrüßte den Tod des US-Botschafters in Libyen wegen Verunglimpfung des Propheten Mohammeds und drohte mit Anschlägen in Algerien, Tunesien, Marokko und Mauretanien.
  • Johannes Singhammer, CSU, plädierte dafür, jede öffentliche Beschimpfung eines religiösen oder weltanschaulichen Bekenntnisses unter Strafe zu stellen.
  • Volker Kauder, CDU, sprach sich gegen Verunglimpfungen religiöser Bekenntnisse aus. Den Schutz von Religionen und religiösen Symbolen stellte Kauder über das Grundrecht auf Meinungsfreiheit.
Man kann der Meinung sein, dass es gotteslästerlich ist,  zu glauben, man müsse für Gott oder Allah die deutsche Justiz zu Hilfe rufen. „Das ist eine Verzwergung des Heiligen”, schrieb Heribert Prantl in einem Kommentar und er fragte: „wer beleidigt Gott mehr: Derjenige, der ihn lästert, oder derjenige, der glaubt, er müsse ihn mit Strafen schützen?” Kommt es zu der geforderten Verschärfung für Gotteslästerung müssen also diese Gottesbeleidiger mit einer Anzeige wegen Blasphemie rechnen:
  • Norbert Geis, CSU
  • Johannes Singhammer, CSU 
  • Martin Mosebach, Schriftsteller
  • Robert Spaemann, Philosoph
  • Ludwig Schick, Erzbischof von Bamberg
GotteslästerungMohammed-Film: CSU fordert schärferes Strafrecht Kirche ruft zu Respekt vor religiösem Bekenntnis auf, Die Welt 19.9.2012 – GotteslästerungNach Mohammed-Film: Al-Qaida ruft zur Ermordung von US-Diplomaten auf, Die Welt 18.9.2012 – GotteslästerungHeribert Prantl: Verzwergung des Heiligen, SZ, 20.9.2012, S. 4
Katholischer Klerus fordert scharfe Kritik geradezu heraus
Ludwig Schick, Erzbischof von Bamberg, forderte schärfere Strafen für Gotteslästerung (siehe direkt darunter), dabei ist der katholische Klerus weitgehend selbst verantwortlich, dass er scharf kritisiert wird:
  • die Diözesen prunken in Luxus: Palazzo Marx in Rom für 9,7 Millionen
  • satte Bischofsgehälter aus der Staatskasse, die von allen Bürgern – egal welchen Glaubens oder Weltanschauung – finanziert werden
  • Bischöfe residieren in Luxusvillen und fahren in Luxuslimousinen
  • das katholische Topmanagement beleidigt andere Gläubigen: andere Kirchen sind – so Joseph Ratzinger – keine Kirchen!
  • blasphemisch nennen die Katholiken ihren Papst den Stellvertreter Gottes!
Kirchenkritik Diskriminierung von Bevölkerungsgruppen durch die katholische Kirche
Kirchenkritik Privilegien der Kirchen: abschaffen!Kirchenkritik Extra ecclesiam nulla salus

Ludwig Schick, Erzbischof von Bamberg, forderte schärfere Strafen für Gotteslästerung
Für Ludwig Schick, Erzbischof von Bamberg, forderte am 1. 8. 2012 "ein Gesetz gegen die Verspottung religiöser Werte und Gefühle". Spott und Satire über religiöse Einstellungen stellen für ihn eine Verletzung der Menschenwürde dar. Nach Ludwig Schick sollten alle Religionen durch ein Blasphemie-Verbot geschützt werden.
Nach dem Strafgesetzbuch ist die "Beschimpfung von Bekenntnissen" unter Strafe gestellt, wenn eine Störung des öffentlichen Friedens droht; siehe § 166, Kritik Links.
Vertreter von SPD, FDP und Linker kritisierten die Forderung unter anderem als "überflüssig"
GotteslästerungBischof für Blasphemieverbot, SZ, 2. 8. 2012, S. 38 – GotteslästerungMögliches Blasphemie-Verbot findet bei Parteien keine Unterstützung, Die Welt 2.8.2012 – Lästern verboten, SZ, 3.8.2012, S. 41
Philosoph Robert Spaemann bedauert, dass Blasphemie ungestraft bleibt
Robert Spaemann:  „Das deutsche Recht und mehr noch die deutsche Rechtsprechung muten es dem religiösen Bürger zu, dass das, was ihm das Heiligste ist, ungestraft öffentlich verhöhnt, lächerlich gemacht und mit Schmutzkübeln übergossen werden darf.” Dann verstieg sich Robert Spaemann zur Behauptung, nur für die muslimische Religion, nicht die christliche genieße den Schutz des Gesetzes. Eine Lektüre des § 166 (Kritik Links) beweist das Gegenteil.
Spaemann stellt fest: „Darum hat der Tatbestand der Blasphemie in unserem Strafrecht keinen Platz.” Doch die „Menschen, denen es um Gott geht, Menschen, die an Gott glauben”, müssen geschützt werden. Die Strafe für die Beleidigung der religiösen Menschen sollte – so Spaemann – „etwa das Doppelte dessen betragen, was auf Beleidigung von Menschen steht, nicht mehr, aber auch nicht weniger.” Die religiösen Menschen stuft Spaemann also etwa doppelt so schützenswert ein, als unreligiöse!
GotteslästerungRobert Spaemann zur Blasphemie-Debatte: Beleidigung Gottes oder der Gläubigen? FAZ, 25.07.2012
GotteslästerungFlorian Rötzer: Katholiken fordern strengeres Blasphemie-Verbot, Telepolis, 28. Juli 2012

Atheist muss in Indonesien für zweieinhalb Jahre hinter Gittern
Indonesien hat, was Martin Mosebach, Robert Spaemann und Ludwig Schick fordern. Ein 32-jähriger Atheist in Indonesien bekannte auf Facebook, ein Atheist zu sein. Das stufte ein Gericht auf Sumatra als Gotteslästerung: 2 1/2 Jahre Gefängnis!
Atheist muss nach Facebook-Outing ins Gefängnis
Gotteslästerung"Gott gibt es nicht", schrieb Alexander Aan auf seiner Facebook-Seite. Ein Gericht schickt den Indonesier für zweieinhalb Jahre in Haft - er habe den Propheten Mohammed beleidigt. Stern.de, 15. Juni 2012

Als Bestrafung für Blasphemie, Gotteslästerung, Religionskritik und Kirchenkritik wurde und wird praktiziert:
  • Verbrennung, z. B. Giordano Bruno
  • Verbannung
  • Hausarrest, z. B. Galileo Galilei
  • Kreuzigung, z. B. Jesus
  • Steinigung, z. B. Stephanus

Links
Gotteslästerung"Gott gibt es nicht", schrieb Alexander Aan auf seiner Facebook-Seite. Ein Gericht schickt den Indonesier für zweieinhalb Jahre in Haft - er habe den Propheten Mohammed beleidigt. Stern.de, 15. Juni 2012
Kritik Agnostiker, Atheisten, Ungläubige und Heiden werden benachteiligt und verfolgt –
Religionsfreiheit und Freiheit der Weltanschauung in Deutschland in weiter Ferne
GotteslästerungBeschimpfung von Bekenntnissen, Religionsgesellschaften und Weltanschauungsvereinigungen
GotteslästerungBischof für Blasphemieverbot, SZ, 2.8.2012, S. 38
GotteslästerungBlasphemie heute – eine Tagung, 24.04.2007
BlasphemieDebatte um Blasphemie-Verbot. Lästern verboten, SZ 2.8.2012
Kritik Giordano Bruno
Kritik Forderungen nach Selbstzensur und Verurteilung von Selbstzensur: Je nach Religion und Herkunft propagieren Politiker dieses oder jenes
Kritik Norbert Geis – CSU-Exorzist von der Hinterbank
Kritik Satire auf Islam: Meinungsfreiheit – auf den Papst: scharfer Protest
GotteslästerungRobert Spaemann zur Blasphemie-Debatte: Beleidigung Gottes oder der Gläubigen? FAZ, 25.07.2012
Kritik Biblische Bestrafung: Steinigung
BlasphemieSteinigung für 22-jährige Christin? – Steinigung wegen Gotteslästerung, 2006, Nigeria
Blasphemie"Verspottung religiöser Werte": Erzbischof will Gotteslästerung bestrafen, Stern 2.8.2012
Kritik Zensur in Deutschland
Kritik Zensur gegen Sir Ahmed Salman Rushdie: The Satanic Verses
Kritik Zensur weltweit
Blasphemie§ 166 Beschimpfung von Bekenntnissen, Religionsgesellschaften und Weltanschauungsvereinigungen
Literatur
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Cabantous GotteslästerungAlain Cabantous: Geschichte der Blasphemie. Weimar: Böhlaus Nachfolger, 1999. Gebunden, 312 Seiten Isensee
Josef Isensee, Hg.: Religionsbeschimpfung: Der rechtliche Schutz des Heiligen. Duncker & Humblot, 2007. Broschiert, 139 Seiten Gotteslästerung
Gotteslästerung Anfang

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© by Herbert Huber, Am Fröschlanger 15, 83512 Wasserburg, Germany, 21.9.2012