| Affären
um Gastrokritiker Nicht nur Autoren und Kritiker von Politikern leben in Deutschland gefährlich, auch Gastrokritiker – |
| Vorab: ich
habe
selbstverständlich bei meinen vielen Besuchen in deutschen
Restaurants, Gasthöfen und Imbißbuden immer nur exzellente
Speisen und Getränke zu angemessen niedrigen Preisen erhalten.
Der Service war überragend.
Das heißt, etwaige abwertende Kritik in den folgenden
Beiträgen ist die subjektive Meinung von Nörglern und
reine Beckmesserei. Ehrliche Gastrokritik sollte man in Deutschland besser unterlassen |
| Die Wirte der
Todtnauer Hütte
(siehe Wolfgang Abel muß nun die Entscheidung des Landgerichts abwarten. Vielleicht hat er nur den Schwarzwälder Dialekt mit dem Sächsischen verwechselt. Ist das strafbar? Schon oft haben die Richter in Deutschland Kritiker verurteilt. |
| Jeder
Privatmann wird sich überlegen müssen, was er auf die
stereotype Frage im Restaurant: "Hat's geschmeckt?" antworten wird. An
die härteste Antwort darauf ("Zum Scheissen reicht's!") ist
gar
nicht zu denken |
| 1992
bezeichnete ein Kritiker den Cappuccino in einem bayerischen
Lokal als "Magengeschwürumspüler".
Die Klage
dagegen hatte beim Münchner
Oberlandesgericht Erfolg. Ohne den Cappuccino zu kennen,
meinten
die Richter, der Bericht verlasse "den Boden
sachlich gerechtfertigter Kritik". SZ, 20.6.2007,
S. 11 |
| Keinesfalls
dürfe eine Restaurant-Kritik ein Haus gezielt
herabwürdigen. Immerhin gestattete das Oberlandesgericht
Frankfurt am Main einem Testjournalisten das besuchte Restaurant als
"Flop" einzustufen. Vielleicht dachten die Richter dabei auch eher an
eine Hochsprungtechnik und fanden es deshalb harmlos. OLG Frankfurt am Main 14.8.1998 - 16 W 34/98 - |
| In
der juristischen Ausbildung wird als Beispiel für
Schmähkritik angeführt: Die Gerichte des Lokals seien "wie eine Portion Pinscherkot in den Teller hinein geschissen" und "zum kotzen" [sic!] und die Bedienung "radikal vor sich hindämmernd und vor dem Herzinfarkt stehend" (OLG Frankfurt am Main, NJW 1990, 2002). Zitiert nach "Medien und Presserecht", Rechtsanwalt Prof. Dr. Elmar Schuhmacher, Hauptseminar der Uni Bonn, Wer also nach dem Restaurantbesuch kotzen muß wird sich im Krankenhaus irgendwas einfallen lassen müssen, was er dem Personal erzählt oder mit einer Klage rechnen müssen. |
| Links |
| Literatur |
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| Jossi Loibl, Heinz
Weißfuß: Die schönsten
Gasthäuser
in Oberbayern. Mit Bewertung von Küche und Ambiente.
München: Heyne, 2001. Gebunden, 223 Seiten | ||